[Rezension] Draußen – Zurück zur Natur und zu dir selbst

„Dies ist kein Buch über Therapie unter freiem Himmel, sondern darüber, wie man die Natur und die eigene Beziehung zu ihr therapeutisch nutzen kann.“

Ruth Allen in „Draussen“

Dieser Satz, der direkt in der Einleitung auftaucht, hat mich aufhorchen lassen. Die Beziehung zur Natur ist vielen Menschen mittlerweile abhanden gekommen. Absolut verständlich, wenn man eher in einer Stadt lebt, oder die meiste Zeit des Lebens in einem Büro verbringt. Doch welche Kräfte in der Natur stecken und wie sie auch in uns mobilisiert werden können, ist ein Thema, das mich spätestens seit dem Thema Waldbaden sehr fasziniert. Auch ich merke immer wieder, wie viel Kraft mir ein Spaziergang im Grünen doch geben kann.

„Draußen – Zurück zur Natur und zu dir selbst“ greift genau das und noch so viel mehr auf, was es fast zu einem Standardwerk rund um das Thema Verbundenheit von einem selbst mit der Natur macht. Es regt an, das eigene Verhältnis zur Natur zu überdenken und beim Lesen kribbelte es bereits in meinen Händen, in die Natur zu gehen und alles zu testen, was im Buch geschrieben steht.

Titel: Draußen – Zurück zur Natur und zu dir selbst

Autorin: Ruth Allen

Verlag: Knesebeck

Preis: 25,00 € (Flexicover inkl. zahlreichen Fotos)

ISBN: 978-3-95728-517-1

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Ruth Allen hat einen sehr bildhaften, fast schon poetischen Schreibstil, der dieses Sachbuch zu etwas ganz Besonderem macht. Es hat mich von Anfang an gefesselt und vor allem sehr berührt. Sie erzählt erst von ihrer eigenen Geschichte, wie sie den Halt im Leben verloren hat und durch die Natur wieder zu ihrer Ausgeglichenheit und ihrer Erdung zurückgefunden hat. Zusätzlich zu den schönen Texten, kommen noch die traumhaften Bilder. Ich habe immer wieder aufs Neue beim Aufschlagen des Buches tief durchgeatmet. Die Fotos der Natur laden zum Entspannen und Träumen ein und vermitteln genau den Eindruck, den auch der Text erreichen will: Dass die Natur ein großes Wunder ist.

Das Buch thematisiert das Thema Erdung, was ich bisher nur vom Yoga kannte. Ein schönes Prinzip, denn man fühlt sich verbundener mit der Erde und standfester im Leben. Doch es geht es auch um Bewegung, um die Stille, die in der Natur eine ganz andere ist, als in der Stadt. Um das Alleinsein, das für viele Menschen in dieser schnelllebigen und belebten Welt oft eine Herausforderung darstellt. Und um die Wildheit der Natur, wie sie in Städten gar nicht mehr vorkommt. Es gibt noch zahlreiche weitere Themen, die alle interessant geschrieben sind und zum Nachdenken anregen.

Am liebsten würde ich jedem, der nicht auf dem Land wohnt und ohnehin schon viel draußen unterwegs ist, dieses Buch zum Lesen geben. Es ist ein Augenöffner, auf eine sehr sanfte und wunderschöne Art.

Liebe senden. Wieso eine kleine Botschaft viel bewirken kann

Weihnachten ist eine Zeit der Besinnlichkeit und auch der Liebe. Aber wann hast du das letzte Mal einer Person ganz ohne Grund gesagt, dass du sie lieb hast, dass du sie schätzt und dass du dankbar bist, dass sie in deinem Leben ist? Wenn wir mal von dem eher nebenbei gesagten „Tschüss, hab dich lieb“ absieht, dann wird das wahrscheinlich ziemlich lange her sein. Aber wieso ist das so? Und wieso solltest du unbedingt mal versuchen, einfach im Alltag etwas Liebe zu senden?

Wieso wir so selten Liebe senden

Wenn wir mal ehrlich sind gibt es eine große Erklärung für zu wenig Liebe im Alltag: der Alltag an sich. Der Terminkalender ist voll, die Aufgabenliste schier unendlich. Meist hetzen wir von einem Ort zum nächsten, oder sind ständig erreichbar und somit auch ständig unter Strom. Kein Wunder, dass da die Botschaften der Liebe eher auf der Strecke bleiben. Wenn man dann mal Zeit für Freunde hat, nutzt man sie, um Erlebtes zu erzählen und sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen. Wenn der Partner mal Zeit hat, dann geht es entweder um Dinge, die noch erledigt werden müssen, oder darum, was in der Arbeit so gelaufen ist. All das ist an sich ja auch gar nicht weiter schlimm. Doch der Alltag, mit all seinen Tücken und seiner Schnelligkeit, führt dazu, dass wir unseren Liebsten viel zu selten sagen, wie viel sie uns bedeuten.

An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass Liebesbotschaften eben nicht nur das „Hab dich lieb“ beim Abschied, oder beim Gute Nacht sagen ist. Das gehört definitiv dazu und sollte auf jeden Fall beibehalten werden – gerade weil es auch nicht nur die Worte sind, die Liebe zeigen, sondern auch viele Taten, wie beispielsweise das Lieblingsessen für den Partner kochen, oder bei der besten Freundin Tee und Suppe vorbeibringen, wenn sie krank ist. Aber hier geht es darum, aktiv Danke zu sagen. Und genau das sind die häufig genutzten „Hab dich lieb“-Aussagen, oder die guten Taten, eben noch nicht. Aber wieso reichen denn die beiden genannten nicht aus?

Wieso wir öfter Liebe senden sollten

Selbstverständlich ist dies kein Muss, aber auf jeden Fall eine sehr gut gemeinte Empfehlung. Wer sich immer wieder mal die Zeit nimmt und seinen Liebsten sagt, was er an ihnen schätzt und weshalb er für sie dankbar ist, der gibt der jeweiligen Beziehung viel mehr Tiefe. Und diese Verbundenheit ist das Besondere, das gute Beziehungen und Freundschaften am Ende ausmacht. Und unterschätze nicht, was für einen Einfluss so eine Botschaft auf dein Gegenüber haben kann. Stress im Job, Schwierigkeiten in der Ehe, oder einfach nur Stress mit den Kindern – und dann kommt plötzlich einfach mal ein „Danke“ und ein „Du bedeutest mir viel“. Mitten im Alltag, ohne einen bestimmten Anlass. Diese Worte können den Tag der Person um 180 Grad zum Positiven hin wenden. Überleg doch mal, wie es dir dabei gehen würde, wenn dein Partner oder ein Freund zu dir kommt und sagt: „Weißt du was, ich wollte dir einfach mal Danke sagen. Danke, dass du immer für mich da bist, egal zu welcher Tag- und Nachtzeit ich dich anrufe. Danke, dass du mit mir lachst und mit mir weinst. Und danke, dass du diese wundervolle Person bist, die du bist – und dass ich dich in meinem Leben haben darf.“

Fühlt sich gut an, oder? Ich bin überzeugt davon, dass diese Worte und natürlich gerne noch mehr (und persönlichere) Worte jedem guttun. Aber wie gehst du nun vor? Wie sagst du einer Person, was sie dir bedeutet?

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Wie du Liebe senden kannst

Hier möchte ich dir nun ein paar Tipps geben, die dir dabei helfen, noch heute etwas Liebe zu senden. Suche dir für den Anfang erst einmal eine Person heraus, die dir besonders viel bedeutet, und gehe dann die folgenden Schritte durch. Danach kannst du gerne auch noch an andere denken. Mach dir aber bewusst: nicht die Masse der Liebesbotschaften machen es am Ende des Tages aus, sondern die Qualität. Nimm dir also gerne etwas Zeit dafür. Das ist auch der springende Punkt: Die kostbare Zeit, die du dir für diese Person nimmst, auch wenn du nicht direkt bei dir bist, ist ein Geschenk an diese Person.

  • Welche Rolle nimmt die Person in deinem Leben ein?
  • In welcher Situation dienes Lebens war diese Person das letzte Mal für dich besonders wichtig?
  • Welche Eigenschaften magst du am liebsten an dieser Person?
  • Wann hast du das letzte Mal mit ihr gelacht oder geweint?
  • Wie wäre dein Leben ohne diese Person?

Dies sind ein paar Fragen, die dir dabei helfen können herauszufinden, weshalb dir die Person so viel bedeutet. Kommen wir nun zum praktischen Teil. Wie sendest du nun die Liebe?

  • Per Brief. Ein Brief hat eine ganz besondere Bedeutung. Deine liebste Person kann ihn sich immer wieder zur Hand nehmen und deine Botschaft lesen. Ganz anders, als wenn es im Gespräch stattgefunden hat, oder wenn es eine digitale Nachricht ist. Aber dir entgeht natürlich die Reaktion der Person auf deinen Brief.
  • Per Mail. Eine Mail wirkt meist etwas persönlicher als eine Nachricht über WhatsApp und bietet etwas mehr Platz für Text. Außerdem müssen die Worte meist etwas überlegter gewählt werden, weil die Emojis etwas eingeschränkter sind. Die Mail kann aber in der Flut von anderen Mails untergehen.
  • Per WhatsApp. Eine WhatsApp wird meist sofort gelesen und hat damit einen direkten Einfluss auf die aktuelle Lage der Person. Gerade, wenn du sie sofort unterstützen möchtest, weil etwas schwieriges ansteht, ist eine WhatsApp Nachricht der schnellste Weg. Leider wirkt es ganz anders als die anderen Formen, weil eine WhatsApp mal schnell untergeht.
  • Per Anruf. Ein Anruf erzeugt Nähe und Verbundenheit. In der Stimme kann man vieles heraushören und du bekommst auch die Reaktion der Person mit. Nur musst du es eben auch schaffen, deine Gedanken gut formuliert auf den Punkt zu bringen. Geschrieben geht das manchmal etwas leichter.
  • Per Gespräch. Die große Kunst: jemanden in die Augen schauen und dann die Liebesbotschaft sagen. Dies ist der wohl intensivste Weg, um Dankbarkeit zu zeigen. Dein Gegenüber kann dich sehen und deine Emotionen, und du kannst wiederum die direkte Reaktion mitbekommen. Der perfekte Zeitpunkt für eine lange Umarmung. Natürlich bleibt die Botschaft nicht auf einem Papier oder Bildschirm bestehen, aber wahrscheinlich bleibt sie noch viel länger im Kopf, weil es eine Erfahrung mit allen Sinnen gewesen ist. Aber die Überwindung kann auch manchmal etwas groß sein.
Letters, Old, Antique, Handwriting, Font, Post

Suche dir für dich die passende Variante aus. Manchmal passt auch eine Variante besser zu der einen Person, als eine andere. Du wirst es bestimmt in deinem Inneren spüren, wie du am besten vorgehst. Und ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen: Sende ein bisschen Liebe, noch heute!

November Blues. Wie man aus dem Tief wieder herauskommt

Es ist nass draußen, der Himmel wolkenverhangen. Alles wirkt, als wäre es in graue Farbe getunkt. Der Schritt morgens, raus aus dem warmen, kuscheligen Bett, scheint jeden Tag aufs Neue nicht machbar. Herzlich Willkommen: November Blues!

Der November ist meist eine triste Jahreszeit. Gelegentlich haben wir Glück und der Herbst zeigt sich von seiner schönen Seite. Aber sind wir mal ehrlich: im November regnet es gefühlt ständig. Vielleicht hängt diesem Monat jedoch auch nur ein stures Klischee nach. Egal, was es ist – da ist etwas. Diese Trägheit, diese ständige Müdigkeit, der Wunsch nur noch drinnen zu sein…

Keine Sorge, ihr seid damit nicht allein. Im Sommer lockt das schöne Wetter ständig nach draußen und nur wenn es zu heiß wird, verziehen wir uns nach drinnen. Doch im November muss schon viel passieren, dass wir freiwillig in den Regen hinausgehen. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel – ich selber gehe z.B. doch auch mal gerne raus, einfach nur, weil die frische Luft gut tut, egal, ob es regnet oder nicht. Dennoch muss auch ich gestehen: ich fühle mich träge. Meine Lethargie lähmt regelrecht meine Beine und Arme. Das Phänomen November Blues ist wirklich vorhanden. Die andere Jahreszeit, das andere Licht drückt auf unsere Stimmung. Es ist kälter draußen, der Regen ungemütlich. Dagegen wirkt die Wohnung plötzlich wie der Schatz auf Erden. Kein Wunder also, dass wir gerne Zeit drinnen verbringen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, solange man dann doch irgendwann mal noch vor die Haustüre kommt. Doch meistens ist die Zeit im trauten Heim gar nicht nur schön, sondern ein notwendiges Übel, weil das Wetter draußen ja so doof ist. Genug Selbstmitleid und Herumquängeln! Wir machen uns nun auch den November schön.

Hier sind meine Tipps, wie ihr aus dem November Blues wieder herauskommt:

Tipps gegen den Blues

  • Aufmunternde Musik. Musik hilft mir immer. Morgens muntere Musik und schon bin ich wacher als zuvor. Abends entspannte Musik und ich komme wunderbar herunter. Also machen wir uns das zunutze, vorausgesetzt natürlich, dass Musik auch bei dir so eine starke Wirkung hat. Probiere es einfach mal aus! Du merkst, dass du gerade gar nicht in die Gänge kommst? Ich empfehle dir zum Beispiel die Playlist „Mood Booster“ von Spotify (keine Werbung, nur Nennung) oder andere Playlists, die du dir selbst zusammenstellst. Musik aufdrehen und schon kommt Schwung in den Tag!

  • Kerzen mit Orangenduft. Zitrusdüfte können anregend sein. Orange, Zitrone, was auch immer – der frische Duft weckt die Lebensgeister. Ich persönlich liebe Vanille, doch dieser Duft entspannt mich nur noch mehr. Also her mit etwas Frischem. Welcher Duft weckt dich auf?

  • Aufheiternde Bücher / Filme. Einfach mal herzhaft lachen – was gibt es schöneres, wenn man eigentlich schlecht gelaunt? Schau dir eine Komödie an, oder lies ein witziges Buch. Das hebt deine Stimmung in Nullkommanichts und schon hast du mehr Energie für den restlichen Tag.

  • Freunde und Familie anrufen. Manchmal reicht es einfach nur, sich bei den Liebsten zu melden und die Lethargie verschwindet. Ein paar nette Worte, ein paar schöne Geschichten und siehe da: Du kannst garantiert besser aufstehen und deinen Tag nutzen.

  • Mal rausgehen in ein Café. Mir hilft es enorm, Arbeitsphasen in ein Café zu verlegen. Dafür muss ich ins Bad, ich komme wenigstens kurz nach draußen und ich sehe andere Menschen. Das muntert mich gerade an tristen Wochenenden schnell auf. Vielleich ist das ja auch was für dich? Ein leckerer Cappuccino, oder eine heiße Schokolade und dazu ein Buch oder der Laptop mit Arbeit?

  • Spazieren mit Schirm und Gummistiefel. Nur weil es regnet, heißt es nicht, dass man nicht auch ein bisschen spazieren gehen kann. Ja, ich weiß, der Regen lockt nicht unbedingt so wie die strahlende Sonne. Aber: frische Luft tut gut und der Körper kommt wieder in Schwung. Also einfach Gummistiefel an, Regenschirm dazu und dann kann einem der Regen nichts mehr anhaben.

  • Ingwertee/-wasser trinken. Ingwer heizt richtig schön ein. Mir wird immer so warm, dass ich mich erst einmal aus meinen ganzen Pulli- und Deckenschichten schälen muss. Gut so! Dann ist es nämlich schon nicht mehr ganz so kuschelig. Wenn du Ingwertee trinkst, dann fährt dein Kreislauf. Ob das am Ingwer liegt, oder einfach nur am Tee, sei dahingestellt – ich biete hier keine umfassenden Studien, sondern nur Selbstversuche 😉 – aber es lohnt sich definitiv, das mal auszuprobieren.

  • Nachsicht mit sich selbst. Zum Schluss bleibt mir jedoch nur zu sagen: Wir sind Menschen. Wir sind keine Maschinen, die zu jeder Tag- und Nachtzeit perfekt funktionieren und immer die gleiche Leistung abrufen. Das Wetter hat einen Einfluss auf unsere Stimmung, die Jahreszeit ebenfalls. Manchmal tut es auch einfach gut, dies zu akzeptieren. Dann ist der November eben etwas ruhiger und man selbst etwas knatschiger als sonst. Solange man sich selbst noch ausstehen kann, ist ja alles gut 😉

Nein im Ernst: Seid nicht so hart zu euch selbst, gönnt euch etwas Gutes, probiert aus, ob ihr eure Stimmung mit meinen oder anderen Tipps heben könnt. Wenn es aber nicht funktioniert, dann ist das einfach so. Dann genießt einfach mal, nur herumzuhängen.

Habt ihr Tipps gegen den November Blues?

[Rezension + Interview] Wilder Wald

Was wäre, wenn der Mensch nicht mehr in die Natur eingreifen würde? Wenn die Natur einfach Natur sein kann, ohne Auflagen, wie sie auszusehen, oder sich entwickeln zu hat? Fragen, die sich mit rein theoretischen Überlegungen nicht leicht beantworten lassen. Deshalb muss man ins Tun kommen – und das beste Beispiel hierfür ist der Nationalpark Bayerischer Wald: Kein Eingriff durch den Menschen, die Natur Natur sein lassen. Mit dieser Philosophie entwickelte sich eine beeindruckende Artenvielfalt. Nun ist es 50 Jahre her, dass der Nationalpark ins Leben gerufen wurde. 5 Jahrzehnte, in denen viel passiert ist. Mit diesem Anlass haben der Fotograf Rainer Simonis und die Autorin Alexandra von Poschinger ein Buch geschaffen, das seinesgleichen sucht.

Rezension des Buches

Titel: Wilder Wald: Europas Pionier für die Wälder der Zukunft

Autorin: Alexandra von Poschinger
Fotograf: Rainer Simonis

Verlag: Knesebeck

Preis: 40,00 € (farbiger Bildband)

ISBN: 978-3-95728-409-9

Copyright © Knesebeck Verlag

Bei „Wilder Wald“ handelt es sich nicht nur um einen reinen Bildband, auch wenn die Fotos einfach atemberaubend sind. Es ist vielmehr eine Komposition aus Bild und Text, die einen harmonischen Gesamteindruck hinterlassen. Fotografien der beeindruckenden Natur werden mit informativen Texten zum Nationalpark sowie Interviews interessanter Personen ergänzt. Der 50-jährige Geburtstag des Nationalparks Bayerischer Wald ist der perfekte Anlass für dieses Buch und dennoch ist es eben nicht nur eine Hommage, sondern mehr. Es ist ein umfassendes Werk zum aktuellen Stand der Forschung, das den Leser aufweckt und ihn zum Nachdenken anregt. Wie gehen wir mit der Natur um? Was können wir verändern? Wie ginge es der Natur ohne uns? Dass UN-Friedensbotschafterin Jane Goodall das Vorwort von „Wilder Wald“ verfasst hat, zeigt einmal mehr, welche große, auch internationale Relevanz dieses Buch, ja das gesamte Projekt, besitzt.

Die Gestaltung des Einbandes ist schon sehr gelungen und vermittelt einen ersten Eindruck, welche Fotos einen im Inneren noch erwarten werden. Und ich kann versprechen: Ihr werdet nicht enttäuscht. Die Fotos fangen ganz besondere Momente ein. Immer wieder habe ich gestaunt, was für eine wunderschöne Natur wird doch hier haben. Theoretisch war mir das schon bewusst, aber es so noch einmal vor Augen geführt zu bekommen, war eine sehr schöne Erfahrung.

Ich kann euch das Buch wirklich sehr empfehlen – als Geschenk für Naturbegeisterte, für noch Wachzurüttelnde, oder als Geschenk für euch selbst. Es ist fast schon ein Standardwerk, das seinen festen Platz in meinem Buchregal finden wird.

Heute habe ich sogar noch etwas ganz Besonderes für euch. Ich durfte mit Alexandra von Poschinger ein Interview zu Ihrem Buch führen. Ihr kommt nun also nicht nur in den Genuss einer Rezension, sondern auch eines Interviews. Vielleicht müsst ihr, wie ich auch, erst einmal lernen, was der Nationalpark ist und was ihn vom Bayerischen Wald unterscheidet. Doch es wartet auf euch noch mehr. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen!

Interview mit der Autorin

Copyright © Daniela Blöchinger
  • Sie haben sich nicht nur in den letzten Jahren intensiv mit dem Bayerischen Wald auseinandergesetzt, dessen Philosophie an sich schon besonders ist („Natur Natur sein lassen“). Was macht den Nationalpark für Sie persönlich so wertvoll?
    Nicht im gesamten Bayerischen Wald herrscht das Motto „Natur Natur sein lassen“ vor, sondern nur im Nationalpark Bayerischer Wald – dort dafür aber kompromisslos. Zu sehen, wie sich Natur aus sich selbst heraus entwickelt, ist toll. Der Nationalpark ist Lernort und Freiluftlabor gleichermaßen.

  • Wie sind Sie auf den Titel „Wilder Wald“ gekommen? Ist der Bayerische Wald das, wild?
     Wie gesagt: Nicht der gesamte Bayerische Wald ist wild. Der überwiegende Teil wird bewirtschaftet. Aber auf den knapp 25.000 Hektar des Nationalparks findet sich ein wilder Wald mit urwaldähnlichen Strukturen. Dort darf sich der Wald ungehemmt entwickeln, weitgehend ohne den Einfluss des Menschen. Der Buchtitel „Wilder Wald“ war damit naheliegend.

  • Was fasziniert Sie am meisten im Nationalpark Bayerischer Wald? Die Bäume, die Blumen, die Tiere etc.?
    Es ist wohl eine Kombination aus allem – wenngleich mich die alten, knorrigen Bäume am meisten faszinieren. In einem Urwaldrest des Nationalparks steht eine 600-jährige Weißtanne. Sie ist die älteste Tanne Deutschlands, und allein der Umfang ihres Stamms misst sieben Meter. Man mag sich gar nicht ausmalen, was dieser Baum schon alles erlebt hat.

  • Wann suchen Sie persönlich den Wald auf?
    Ich wohne ja im Bayerischen Wald und in München gleichermaßen. Wenn ich nicht in der Stadt bin, gehe ich fast täglich in den Wald. Dort stoße ich ganz häufig auf Lösungen, wenn ich in einem Projekt nicht weiterkomme. Im Übrigen ist auch die Idee zu meinem Buch im Wald entstanden.

  • Was haben Sie für sich aus Ihrer Arbeit darüber gelernt, wie wir in Zukunft mit der Natur umgehen sollten? Was haben Sie in Ihrem Alltag dadurch verändert?
    Der Nationalpark Bayerischer Wald zeigt, dass das Projekt Wildnis aufging. Obwohl der Park nur 0,07 Prozent der Fläche Deutschlands einnimmt, leben dort 20 Prozent aller hierzulande heimischen Arten. Die Biodiversität profitiert, weswegen ich auf weitere Großschutzgebiete in Deutschland, Europa und der Welt hoffe. An meinem alltäglichen Verhalten hat die Arbeit am Buch nichts verändert. Ich habe mich auch vorher schon viel mit Natur-, Umwelt- und Klimaschutzthemen auseinandergesetzt.

  • Haben Sie Tipps für unseren Alltag – also was wir einzelne Personen tun können?
    Der Schutz der Umwelt geht uns alle an, und ich denke, jeder kann seinen Beitrag dazu leisten – wie klein auch immer er sein mag. Da genügt es oft schon, Honig vom regionalen Imker zu kaufen und nicht aus dem Supermarktregal. Denn wenn die Biene ausstirbt, sind die Folgen für uns Menschen fatal.

  • Welche der 20 Personen, die Sie in „Wilder Wald“ zu Wort kommen lassen, hat den größten Eindruck bei Ihnen hinterlassen? Wieso können sich die Leser besonders auf dieses Interview, diese Geschichte freuen?
    Jeder meiner Interviewpartner war auf seine eigene Art faszinierend, aber ganz besonders spannend fand ich das Gespräch mit dem Astronauten Gerhard Thiele. Er schwärmte von der glitzernden Schwärze des Alls, die etwas Heimeliges, Tröstliches habe.

  • Sie selbst sagen: „Für mich ist [der Wald] ein Ort, an dem die Zeit relativ ist. Dort kann man gar nicht pünktlich sein, weil man nie weiß, was passiert.“ (Zitat aus Einleitung) Spazieren im Wald ist gesund, tut uns gut – wir sollten es also öfter tun. Aber wie schaffen wir es, diese Wohltat nicht zu einem weiteren Pflichttermin werden zu lassen?
    Indem wir den Waldspaziergang zu einem festen Termin auf unserer To-Do-Liste machen – auch wenn uns der Schweinehund lieber am Schreibtisch oder auf der Couch festhalten möchte. Man muss ihn einfach mitnehmen in den Wald und dort Gassi führen.

  • Wie kann man als Privatperson den Bayerischen Wald am besten erfahren?
    Der Bayerische Wald ist touristisch fabelhaft erschlossen. Gerade in der Nationalparkregion finden sowohl Ruhesuchende als auch Erlebnisfreaks maßgeschneiderte Angebote. Da ist für jede Vorliebe und für jeden Geldbeutel das Passende dabei – auch, was Hotels und Gastronomie angeht.

  • Das Schreiben eines Buches bedeutet auch, mehrere Stunden in einem Raum zu sitzen, der wenig bis gar nichts mit dem Thema des Buches zu tun hat. Wie haben Sie Ihren Schreibprozess gestaltet – sind Sie im Wald vor Ort gewesen? Oder haben Ihnen Fotos gereicht, um sich in die Stimmung zu versetzen?
    Ja, das Schreiben ist eine einsame Tätigkeit. Aber es ist auch mein Beruf – und somit mein Alltag. Am Anfang einer jeden Geschichte steht immer eine umfassende Recherche. Dazu trifft man Menschen zum Gespräch, geht raus in Gegenden, über die man schreiben möchte – in meinem Fall über den Nationalpark Bayerischer Wald. Ich habe dort knapp zwei Jahre lang Informationen gesammelt, notiert, sortiert und fotografiert, um daraus ein Gerüst zu bauen, das ein ganzes Buch trägt. Erst danach kam der Schreibprozess, der natürlich im Büro, am Computer stattfinden muss. In dieser Phase schöpfe ich aus den vorher zusammengetragenen Informationen und Bildern und lasse mich möglichst wenig ablenken.

Vielen Dank für dieses Interview, liebe Alexandra von Poschinger!

Mehr zur Autorin findet ihr hier: Alexandra von Poschinger

Mehr zum Buch beim Knesebeck Verlag hier: Wilder Wald

Ein Paar und Psychische Erkrankungen. Wieso es sich lohnt zu kämpfen

Das Leben verläuft in ziemlich unebenen Bahnen. Wacklig ist es manchmal, auch wenn die Aussicht immer wieder für den schwerfälligen Weg belohnt. Aber gerade in Beziehungen ist die Versuchung oft groß, wenn es dann doch zu sehr holpert, einfach auszusteigen und sich ein neues Vehikel zu suchen, mit dem es dann weiter auf die Reise geht.

Zu einfach manchmal. Eine Beziehung zu führen ist in den allermeisten Fällen erst wunderschön und leicht, um dann kompliziert und auch mal anstrengend zu werden. Erst mit der Zeit werden Macken zu Störfaktoren, die man zu Beginn oft als eine süße Eigenheit gemocht hatte. Der Alltag klopft an der Tür und bringt viele Probleme mit sich. Wer ist für was im Haushalt zuständig, wer kümmert sich um dieses, wer um jenes.

Dann gibt es aber auch noch die Paare, die auf eine viel größere Probe gestellt werden. Es kann eine schwere Krankheit sein, ein Schicksalsschlag, der nur mit Mühe zu verkraften ist, oder andere Probleme. Echte Probleme – nicht die dreckige-Socken-Müll-runterbringen-Probleme. Die dürfen auch da sein, keine Frage. Aber sie sollten nicht entscheidend für eine Beziehung sein. Aber die Probleme, von denen ich hier sprechen möchte, können es sein. Es geht um psychische Erkrankungen in einer Partnerschaft. 

TRIGGERWARNUNG: In den folgenden Abschnitten geht es um psychische Erkrankungen. Sollte dies für dich ein sensibles Thema sein, dann pass bitte auf dich auf und lese nicht weiter, oder suche dir jemanden, mit dem du den Beitrag gemeinsam lesen kannst. ❤

Psychische Erkrankungen in Beziehungen

Eine psychische Erkrankung, wie beispielsweise Depression, ist ein harter Brocken für ein Paar – ganz gleich wie lang es bereits zusammen ist. Ich stelle mir eine psychische Erkrankung gerne wie eine Art Teufelchen vor, das auf einer Schulter der betroffenen Person sitzt. Sie flüstert dieser Person kontinuierlich richtig böse Sachen ins Ohr. Manchmal geht es sogar so weit, dass die Person gar nichts anderes mehr hören kann, als diese Worte des Teufelchens. Doch das ist nicht die Person selbst. Es ist eine Krankheit. Dieses Teufelchen, die psychische Erkrankung, ist eine Krankheit.

Die Herausforderung ist jedoch, dass nun auch der Partner sein Gegenüber nicht mehr wiedererkennt. Dieses Teufelchen ist irgendwann so laut, dass eine Beziehung gar nicht mehr möglich ist. Diese Person, in die man sich verliebt hatte, ist gefühlt gar nicht mehr vorhanden. Wer auch immer in genau so einer Situation steckt: Traut euch darüber zu reden und eure Sorgen mitzuteilen! Euer Partner hat es sehr schwer, aber ihr auch. Es geht um euch beide.

Erst einmal soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass jede Person, die an einer psychischen Erkrankung leidet, Hilfe verdient hat und sie sich auch am besten wirklich holt. Damit ist nicht zu spaßen und ebenso wenig lassen sich psychische Erkrankungen mal eben alleine therapieren. Das bedarf viel Zeit und Kraft.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie hart eine psychische Erkrankung sein kann – sowohl als Partnerin als auch als Betroffene. Ich hätte selbst nie gedacht, dass dieses Thema mal so präsent in meinem Leben sein wird, aber es ist nun so. Und ich möchte euch allen da draußen Mut machen. Es lohnt sich zu kämpfen, auch wenn die Beziehung aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht mehr das ist, was sie einmal war.

Der Mensch, der gerade noch vom Teufelchen verdeckt wird, ist immer noch da! Ich persönlich habe mich aus Selbstschutz von meinem Partner zunächst distanzieren müssen, um dann wieder gestärkt zu ihm zu finden. Die Anfangszeit war sehr schwierig. Wir haben uns sehr gefreut, uns wieder sehen zu können, aber alles wirkte so zerbrechlich, fast schon unwirklich. Erst die Zeit hat uns gelehrt: Wir haben tatsächlich eine so harte Zeit vorerst überstanden und sind gewappnet für alles, was noch kommen wird. Es ist nicht perfekt, die psychische Erkrankung hat sich nicht einfach in Luft aufgelöst. Aber ich bin unfassbar froh, dass wir diesen Weg gegangen sind, denn nun ist mein Partner einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben geworden, mit dem ich wirklich alles teilen kann. Wir bauen uns gegenseitig auf und reden viel tiefgreifender über manche Themen – eben weil wir wissen, wie wichtig die Kommunikation insbesondere bei einer psychischen Erkrankung ist. Manchmal ist ein bestimmtes Verhalten rein rational erst einmal nicht zu verstehen. Wenn man aber weiß, woher das Verhalten kommt, dann lässt sich viel leichter Verständnis oder zumindest Akzeptanz dafür aufbringen.

Es lohnt sich wirklich zu kämpfen und Beziehungen trotz mächtig erscheinenden Problemen weiterzuführen, oder ihnen eine neue Chance zu geben.

Gedanken, die helfen können

Was für dich wichtig ist, wenn du selbst betroffen bist:

  • Du bist liebenswert, auch wenn du eine psychische Erkrankung hast.
  • Du bist keine Belastung, sondern ein wertvoller Mensch.
  • Du hast deinen Partner verdient. Wenn er damit nicht zurechtkommt oder sich mit deiner Erkrankung nicht auseinandersetzen will, dann ist das sein Weg. Aber du musst nicht perfekt sein, um eine Beziehung führen zu dürfen.
  • Deinem Partner kann irgendwann auch ein Schicksalsschlag widerfahren – dann kannst du für ihn da sein. Nur, weil gerade du die Person mit der Erkrankung bist, heißt das nicht, dass sich die Rollen irgendwann tauschen können.
  • Suche dir Hilfe, du musst das nicht alleine durchstehen.
  • Stoße deinen Partner nicht von dir, sondern beziehe ihn ein. Teile so viel, wie du teilen kannst. Öffne dich und zeige deinem Partner, dass du selber kämpfst.

Was für dich wichtig ist, wenn du der Partner einer betroffenen Person bist:

  • Du kannst deinen Partner nicht heilen, das ist nicht deine Aufgabe.
  • Du kannst deinem Partner helfen, mit der Erkrankung klarzukommen, aber du musst damit nicht alleine bleiben.
  • Dein Partner erwartet nichts von dir, außer einfach nur da zu sein.
  • Es ist eine Zeit, die vorübergehen wird und einfach werden wird.
  • Denke daran, wie dein Partner wirklich ist – schaue hinter das Teufelchen.
  • Zeige deinem Partner, dass du an ihn glaubst.

Wenn ihr gerade zu kämpfen habt, dann nutzt bitte folgenden Hilfestellen:

Disclaimer: Ich bin keine Therapeutin und gebe keinen medizinischen Rat. Es geht hier um das Teilen von eigenen Erfahrungen und meine Meinung ist rein subjektiv.

[Rezension] Der unsichtbare Garten

Wie wäre es, wenn du von einem Tag auf den anderen in völliger Dunkelheit leben musst? Keinen Sonnenuntergang mehr sehen können, nicht mehr in die Augen deiner Liebsten blicken können, nicht mehr den Schnee in der Sonne glitzern sehen können?

Vincent passiert genau das. Mit 35 Jahren erfährt er, dass er an einer seltenen Erbkrankheit leidet und ihm nur noch wenige Wochen mit Augenlicht bleiben. Seine Welt, wie er sie bisher kannte, bricht auf einen Schlag zusammen. Er muss seine große Leidenschaft, das Tennis, aufgeben und verliert Freunde und Freundin. Dieser Schicksalsschlag ist hart und er verzweifelt schier daran.

Titel: Der unsichtbare Garten

Autorin: Karine Lambert

Verlag: DIANA

Preis: 18,00€ (Hardcover)

ISBN: 978-3-453-29240-6

Die Autorin Karine Lambert schafft es mit ihrem Schreibstil, die Verzweiflung von Vincent auf den Punkt zu bringen. Als Leser taucht man in seine Gedankenwelt hinab und fiebert mit, als Vincent versucht die letzten verbleibenden sehenden Tage bestmöglich zu verbringen. Und man leidet mit, als er dann, fast völlig erblindet, sich durch seinen Alltag kämpft.

Ich war schockiert und fasziniert davon, wie es die Autorin geschafft hat, mich in Vincents Gefühlwelt hineinzuziehen. Diese Wut über sein Schicksal, der starke Wunsch nach Unabhängigkeit und die Erschöpfung, weil er ständig weiterkämpfen muss, haben mich sehr berührt. Es ist für mich nur schwer vorstellbar gewesen, wie hart so ein Schicksal sein kann, wenn man inmitten seines Lebens erblindet. Durch das Buch habe ich das erste Mal diesen Einblick bekommen. Die Autorin beschreibt auch, wie Vincent sich im Alltag helfen kann, wie beispielsweise mit einem Gummiring um den Salzstreuer zu befestigen, um ihn vom Pfeffer zu unterscheiden. Besonders inspirierend habe ich Vincents Disziplin empfunden. Er fällt immer wieder hin, im wahrsten Sinne des Wortes, steht aber immer wieder auf und kämpft sich in sein neues Leben. Die zarte Liebesgeschichte, die sich außerdem entwickelt, ist etwas ganz besonderes, weil sie nur auf den körperlichen Empfindungen und Gesprächen fußt und nicht auf das Aussehen fokussiert ist. Leider ist mir die Liebesgeschichte am Ende etwas zu kurz gekommen, auch wenn es in diesem Buch ja nicht nur um Liebe gehen soll. Aber mich hat es sehr interessiert, wie Vincents Liebe sich durch seine Erblindung verändert.

Zu dem Inhalt kommt jedoch noch etwas Entscheidendes hinzu: der Einband! Das Buch selbst ist mit Blumen in kräftigen Farben gestaltet. Darauf kommt ein Einband, der leicht trübe ist, aber dennoch etwas von der Farbe hindurchlässt. Für mich eine wunderbare Übersetzung des Inhaltes auf die Gestaltung des Buches – auch für Vincent gehen die Farben langsam verloren und ein Schleier legt sich darüber. Es passt perfekt.

Ich habe den Roman „Der unsichtbare Garten“ als schockierendes, aber inspirierendes Buch empfunden und würde jedem raten, mal in die Welt eines erblindenden Erwachsenen abzutauchen.

Happy Halloween! Süßes oder saures? als Kind vs. erwachsener

Halloween – einer der zwei Anlässe im Jahr für ein Kostüm. Manche lieben diesen Tag genau deshalb: endlich wieder verkleiden! Gut, ich habe noch nie zu dieser Fraktion gehört. Ich fand Kostüme immer nur unbequem und super unpraktisch. Es war zwar in Ordnung, aber meine große Begeisterung blieb aus. Wahrscheinlich gehörte ich als Kind damit zu einer Minderheit – zumindest meine Freunde fanden es im Gegensatz zu mir immer klasse. Was mir aber gut gefallen hat, waren natürlich die Süßigkeiten, das kann ich nicht bestreiten.

Als Kind war es noch ein kleines Erlebnis, weil ja die Süßigkeiten auf mich gewartet haben, aber als Erwachsene drücke ich mich gerne mal vor Halloween. Mittlerweile werde ich schon gar nicht mehr groß gefragt, ob ich verkleidet zu einer Party kommen möchte, weil jeder weiß, dass ich mir mal die Lippen roter Schminke und was auf die Wange male – aber nicht mehr. Dennoch muss ich zugeben: Es gibt geniale Kostüme und ich bewundere die Menschen, die so kreativ sind und so viel Arbeit hineinstecken. Da denke ich mir dann schon manchmal: sollte ich das nicht auch probieren?

Aber abgesehen vom Kostüm: das Konzept „Halloween“, wie ich es als Kind gefeiert habe, würde für mich wahrscheinlich insgesamt auch gar nicht mehr funktionieren. Wieso? Ich zeige es euch anhand eines kleinen (witzig gemeinten) Vergleichs…

Halloween als Kind

Endlich Halloween! Das Kind freut sich unglaublich darauf, sich als Hexe, Geist, Magier, Teufel oder ähnliches zu verkleiden. Die Kreativarbeit übernimmt meist Mama oder Papa. Das Gesicht wird bemalt, Kleidungsstücke genäht, oder manchmal tut es auch einfach ein Kostüm für Kinder aus dem Geschäft. Die Aufregung ist groß: endlich mal länger aufbleiben dürfen und draußen im Dunklen herumlaufen! Und dann die Freunde sehen und Kostüme erraten, das macht Spaß! Es geht in kleineren Gruppen von Tür zu Tür. Mit dabei eine Schale oder ein Beutel. Kaum öffnet sich die Tür wird laut „SÜSSES ODER SAURES!“ gerufen, in den unterschiedlichsten Tonlagen der kleinen Kinder. Und alle werden belohnt: in jede Tüte, in jeden Beutel kommt eine Handvoll Süßes. Am Ende des Abends sammelt sich dort eine Menge an Naschkram an, die für die nächsten Monate reicht. Scheu vorm Klingeln? Wieso denn? Ist doch total lustig! Es ist schon fast Gesetz, das dann Süßigkeiten auf einen warten. Herrlich!

Und das jetzt als Erwachsener?

Schon wieder Halloween? Hilfe, die Zeit vergeht so schnell! Mist, man hat noch gar kein Kostüm und muss noch schnell was kaufen. Und da war doch auch noch die Einladung zu der Party. Soll man da hingehen? Okay, kann nicht schaden, ein paar der Freunde zu sehen. Am Abend wird sich also geschminkt und das Kostüm übergestreift. Ein Blick in den Spiegel: leicht lächerlich sieht dieser Hexenhut ja schon aus, oder? Naja, egal. Los gehts. Schnell noch was zum Trinken mitnehmen, denn eigentlich geht es ja nur darum zu feiern. Beim Gedanken daran, wie man früher von Haustür zu Haustür gegangen ist, wird einem ganz mulmig zumute. Einfach so klingeln? Wie schrecklich! Man weiß ja gar nicht wer aufmacht! Wer wohnt da überhaupt sonst noch in dem Wohnhaus? Kommt es nicht komisch, einfach zu klingeln? Dagegen ist das ungeliebte Anrufen bei Fremden ja gar nichts! Dann lieber schnell eine WhatsApp schreiben. Und diese ganzen Süßigkeiten damals… Bringen ja sowieso nichts, die würden nur verschenkt werden, weil man ja auf eine gesündere Ernährung achtet und nicht ständig Lollis und andere Sachen futtern will. Kopfschüttelnd über die Kindheit gehts also zur Party. Eine Party wie jede andere, nur eben im Kostüm. Endlich geschafft.

So ist das eben

Keine Sorge, das ist natürlich nur überspitzt formuliert und bei jedem bestimmt noch einmal ein bisschen anders. Mir hat nur der Gedanke gefallen, wie sehr sich so ein Tag für einen selbst ändern kann, wenn man älter wird. Wie sieht es denn bei euch aus? Feiert ihr Halloween? Verkleidet ihr euch gerne? Und das Wichtigste: Würdet ihr noch von Tür zu Tür gehen und klingeln? 😉

Zieh dir ein Kostüm an! Wieso wir uns an Halloween verkleiden

Für manche ein großes Highlight, für andere hingegen der absolute Graus: das Verkleiden an Halloween. Bald ist es wieder soweit: Man sieht kleine Hexen, Teufel oder Gespenster nach Süßen oder Saurem fragen. Doch auch die Erwachsenen verkleiden sich – vielleicht etwas abgewandelt. Dort ist dann eine sexy Teufelin zu entdecken oder ein Mensch, dessen Blut auf dem Körper verteilt ist und aus gruseligen Wunden tropft. Ja manchmal erscheint es sogar als eine Art Wettstreit, wer das gruseligere oder aufwendigere Kostüm vorweisen kann. Aber wieso verkleiden wir uns überhaupt am 31. November?

Der Ursprung der Verkleidung

Der Brauch geht auf die Kelten zurück, die vor über 2500 Jahren in weiten Teilen Mitteleuropas lebten. Ihr Leben richtete sich nach der Landwirtschaft. Sie mussten sich den Zyklen der Vegetation anpassen und feierten immer am Abend des elften Vollmondes eines Jahres ihren Jahreswechsel. Das Fest hieß Samhain, ein gälisches Wort für November. Die Kelten vertraten den Glauben, dass an diesem Abend die Toten auf die Erde zurückkehren, um ihre Verwandten aufzusuchen. Sie wiesen ihnen sogar den Weg! Erst später verwandelten die Iren diesen Brauch zu etwas Gruseligem: sie hatten nämlich große Angst vor den Toten und verkleideten sich, damit sie von den Toten nicht als Mensch erkannt werden und verschont blieben.

Dieser heidnische Ursprung machte es lange für Christen unmöglich den Tag ebenfalls zu zelebrieren. Erst als Allerheiligen als Feiertag eingeführt wurde, konnten auch die Christen „Samhain“ feiern.

Die Kostüme entstammten damals noch des heidnischen Brauchs. Mit der Zeit wurden jedoch andere Kostüme populär. Vor knapp 80 – 90 Jahren erst kamen langsam Kostüme aus Filmen etc. hinzu. Und so verkleiden sich heutzutage viele Menschen in den wildesten Kostümen. Ich würde mal behaupten, dass viel vom ursprünglichen Brauch verloren gegangen ist, weil keiner mehr davon weiß. Doch es bleibt das Kostüm und ein Anlass, einfach mal jemand anderes zu sein und zu feiern 🙂

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Na, als was verkleidet ihr euch dieses Jahr? Oder macht ihr gar nicht mit? Ich bin gespannt von euren Ideen zu hören!

Quellen:

https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Was-ist-Halloween-und-warum-verkleidet-man-sich-id39583907.html

https://www.planet-wissen.de/kultur/fabelwesen/geister_und_grusel/pwiehalloween100.html#:~:text=Schon%20im%20Mittelalter%20sollen%20sich,auch%20auf%20heidnische%20Rituale%20zur%C3%BCck.

Das Kind bewahren. Wieso „erwachsen“ langweilig ist

Einfach mal laut drauf loslachen. Einfach mal herumtanzen und sich freuen. Einfach mal weinen, wenn man traurig ist. Einfach mal Herumalbern, wenn einem danach ist. Kind zu sein, scheint so einfach – und ist es meist auch. Dagegen kommt das „Erwachsenenleben“ nicht so leicht ran.

Aber wer sagt, dass wir nicht einen Teil des Lebens als Kind behalten können? Wer sagt, dass wir ernst und vernünftig und am besten gleich noch ruhig und sachlich werden sollten?

Wieso sollten wir überhaupt erwachsen werden?

Ich verrate es euch: eigentlich niemand außer wir selbst. Und deshalb: Wir müssen all das nicht werden, nur um „erwachsen“ zu sein. Ich möchte nicht abstreiten, dass es ausgesprochen wichtig ist, insbesondere in der Arbeit, auch sachlich und ruhig verhandeln zu können, oder für seine Bedürfnisse klar und ernst einstehen zu können. Doch das bedeutet nicht, dass auch der Rest des Lebens so ernst und trocken aussehen muss.

Ich bin dafür, dass wir uns alle das Kind in uns bewahren sollten. Da gibt’s natürlich auch die trotzige, nerv tötende Seite – also meiner Meinung nach, kann man die gern weglassen 😉 Ich spreche jedoch über die lockere, lustige und offene Seite von Kindern. Wir sind meist viel zu ernst in Situationen, die die Ernsthaftigkeit in diesem Ausmaß gar nicht erfordern würden. Und wir lachen viel zu selten herzhaft. Und wir freuen uns viel zu wenig über kleine, ja fast schon banale Dinge.

Was wir alles von Kindern lernen bzw. am besten gleich beibehalten können

Wir konzentrieren uns nun also nur auf die positiven Seiten des Kindseins. Auf all das, was uns im Leben eines Erwachsenen oft, viel zu oft, fehlt.

  • Mit Neugier an Sachen herangehen.
    Wir sehen oft nur die To-Do-Liste, die immer länger und länger wird. Etwas Neues steht an? = die Liste wird länger.
    Kinder hingegen freuen sich über alles Neue. Sie sind neugierig, was auf sie zukommt und was sie entdecken dürfen. Sie können auch über eine Biene staunen. Ist das nicht wundervoll?

  • Anderen Menschen mit Offenheit und Vertrauen begegnen.
    Meist vergleichen wir uns bereits bei der ersten Begegnung mit Menschen. Was tragen sie, was machen sie, welche Figur haben sie, usw. Kurz: wir versuchen abzuschätzen, ob wir Kontakt mit der Person haben möchten, ob wir sie überhaupt grundlegend mögen könnten.
    Kinder denken nicht groß. Sie gehen auf ein anderes Kind zu, greifen es an der Hand und entscheiden sich dazu, dass dies nun der nächste beste Freund sein wird. Natürlich ist das im Erwachsenenalter vielleicht nicht ganz so leicht, wie als Kind. Doch eine Portion Vertrauen und Offenheit lässt Freundschaften und Kontakte viel leichter entstehen.

  • Immer wieder Neues probieren wollen & die Lust am Lernen.
    Routine ist unser Freund und Feind zugleich. Sie ist bequem, meist effizient. Doch sie kann uns auch langweilig und festgefahren werden lassen. Wir wollen nichts Neues probieren, nichts Neues lernen, weil es ein zu großer Aufwand ist, oder weil es Angst macht.
    Kinder hingegen wollen immer Lernen. Irgendwann in der Schule lässt das in vielen Fällen zwar nach, aber als kleines Kind, lieben sie es zu entdecken. Alles könnte interessant sein, alles muss begutachtet und eingeschätzt werden.

  • Herumalbern.
    Viel zu oft sehen wir nur die Abers und Wenns. Alles könnte eine negative Seite haben. Aufgedrehtes Verhalten könnte kindisch wirken, als sind wir ruhig, bestimmt und ernst. Aber wieso? Dann ist es eben kindisch! Ist doch toll! Wieso also nicht auch wie Kinder laut loslachen, herumtanzen, Grimassen schneiden, Witze machen und einfach mal Spaß haben?
Mädchen, Kindheit, Spaß, Glück, Park, Kind
  • Kreativ sein & Fantasie nutzen.
    Wer nicht gerade in einem kreativen Beruf unterwegs ist, dem steht ein ziemlich eintöniger Alltag bevor. Der Job kann noch so viel Spaß machen, doch fantasievoll ist er sehr wahrscheinlich nicht. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, doch der Durchschnitt ist ziemlich grau, langweilig und trist.
    Das Kind hingegen schlüpft in Verkleidungen oder denkt sich einfach so spannende Geschichten aus. Es ist ein Zauberer, eine Prinzessin, oder was auch immer. Es malt, weil es ihm Spaß macht und nicht, damit es dies auf Instagram posten kann, oder damit es perfekt aussieht. Also: einfach mal kreativ sein und die Fantasie wieder nutzen!
  • Emotionen deutlich zeigen.
    Viele Menschen unterdrücken ihre Emotionen. Sie wollen nicht verletzlich sein, oder sie wollen als seriös gelten. Aber Emotionen wollen gelebt werden!
    Kinder machen es vor: Lachen, Weinen, Schreien, anhänglich sein, Ekel usw. Das tut gut und ist so wichtig, um keine Fassade aufzusetzen. Also lasst es manchmal auch einfach mal raus!  (nur kleiner Tipp: in manchen Umfeldern ist das wohleher nicht anzuraten, wie z.B. in einem wichtigen Meeting o.ä. :-D)
Baby, Weinen, Kind, Kleine, Trauer, Traurig

Habt ihr noch weitere Ideen, was wir uns bewahren sollten? Ganz bestimmt! Nur raus damit – übrigens wieder etwas: Einfach mal trauen, etwas direkt zu sagen und nicht alle Konsequenzen abzuwägen, kann oft sehr gut tun. Nicht in allen Fällen, aber in sehr vielen. Und in diesem Sinne: einen direkten, fröhlichen Austausch mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht 😉

Bergluft. Wieso Wandern so gut tut

Die Luft kühlt langsam ab, die Hitze weicht endlich von uns. Die Zeit des Wanderns beginnt! Nicht jeder mag es, doch es kann so unglaublich guttun. Gerade in den Bergen. Man muss nicht einmal Bergsteigen und sich Zentimeter für Zentimeter den Berg hinaufquälen. Es reicht bereits aus, sich im Umfeld der Berge aufzuhalten und dort gemütlich zu wandern, um von der herrlichen Luft zu profitieren.

Was an der Bergluft so besonders ist

Gerade wenn du sonst eher in einem urbanen Umfeld lebst, wird dein Körper (und insbesondere deine Lunge) mit Schadstoffen konfrontiert. Kohlenmonoxid oder Feinstaub befindet sich in der Luft. In den Bergen gibt es, je höher man hinaufsteigt auch immer weniger Schadstoffe. Auch von Pollen wirst du in den Bergen meist verschont. Da bereits die Wanderstrecken, die keine Bergsteig-Kenntnisse erfordern und auch für den normal aktiven Menschen passen, meist sehr hoch liegen, tut auch dort die Luft einfach gut. Mal durchatmen, neue Energie tanken.

Wenn du etwas höher unterwegs bist, wirst du zudem mit einer einmaligen Aussicht belohnt!

Wieso Wandern so guttut

Sich in den Bergen aufzuhalten ist also allein schon wegen der Luft eine sehr gute Idee. Doch Wandern ergänzt das Erlebnis um einen weiteren gesundheitlichen sehr positiven Effekt. Das Wandern ist ein sehr sanftes Herz-Kreislauf-Training und hat auf viele sogar eine fast schon meditative Wirkung. Das beständige Schreiten ist manchmal etwas zügiger, als das normale Spazieren gehen, aber noch lange nicht so schnell wie Walken oder Joggen. Bei letzteren Sportarten sollte man sich auf die Bewegungsabläufe konzentrieren, bei Wandern reicht es hingegen einfach nur zu gehen. Vor sich hin stapfen. Die Gedanken treiben lassen. Einfach nur sein. Eins sein mit der Natur. Nur man selbst und der Rucksack.

Ich persönliche liebe es auch, mitten auf einer Wiese ein kleines Picknick zu machen und dabei auf das Tal herunterzusehen, oder einfach nur in die Ferne zu blicken. Ich suche beim Wandern gar nicht das körperliche Verausgaben, sondern die innere Ruhe. Die Zeit ohne Handy und die Zeit nur mit sich selbst und dem aktuellen Wetter, der aktuellen Jahreszeit.

Im Sommer kann es schnell zu heiß werden für längere Wandertouren. Doch der Herbst ist ideal. Und der Herbst steht vor der Tür – es wird also Zeit zum Wandern! Probiere es doch auch mal aus und genieße diese Zeit! Bei dir in der Umgebung muss es nicht einmal Berge geben. Bereits Hügel können ausreichen, um einfach mal Abstand zu allem „da unten“ zu bekommen. Und schöne Wanderrouten gibt es bestimmt. Trau dich ruhig mal etwas nach draußen, aus der Stadt zu fahren – oder, wenn du bereits ländlich lebst, neue Ecken in deiner Heimat zu entdecken.

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