Fazit Yogalehrer-Ausbildung

Ein Jahr voller neuer Erfahrungen, Kontakt zu wunderbaren Menschen, neuem Wissen, Entspannung und Kräftigung. Meine Yoga-Ausbildung war und ist eine einmalige Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Auch wenn ich zwischenzeitlich hinterfragt habe, ob es so schlau gewesen ist, parallel zu meinem Studium noch eine Ausbildung zur Yogalehrerin zu beginnen, so bin ich im Nachhinein sehr froh darüber.

Natürlich ist es zusätzliche Zeit, die man investieren muss. Wochenenden „gehen drauf“, man muss auch mal etwas vorbereiten oder nachbereiten. Dennoch ist es eine Zeit, in der ich mich mit einem meiner wichtigsten Hobbies beschäftigen konnte, in der ich immer tiefer in die Thematik einsteigen konnte. Und eine Zeit, in der ich andere Menschen kennenlernen durfte, die meine Leidenschaft fürs Yoga teilen.

Ablauf meiner Ausbildung

Wie ich bereits in meinen vorigen Artikel zu meiner Ausbildung erwähnt habe, läuft jede Ausbildung ein bisschen anders ab. Der Fokus kann beispielsweise variieren oder die Art und Häufigkeit der Treffen. Bei sanely in Augsburg hatte ich einmal im Monat am Wochenende sowohl Samstag als auch Sonntag mehrere Stunden Zeit, um komplett in der Welt des Yoga zu „versinken“. Für mich genau richtig.

Manche jedoch bevorzugen einen wöchentlichen Termin. Da ist jeder natürlich anders 😉

Wir haben die verschiedenen Arten der Asanas besprochen, von Hüftöffnern über Balance-Haltungen hin zu Standhaltungen und natürlich noch viele mehr. Immer mit dem Fokus darauf, wie die Ausführung richtig ist und wie wir unsere Schüler in der Zukunft anleiten können. Doch wir haben uns auch mit Anatomie und Orthopädie beschäftigt, mit der Geschichte des Yoga, mit der Philosophie und zu guter Letzt auch mit unserer Tätigkeit als Lehrer. Da mit inbegriffen sind Lehrproben aber auch Themen wie Selbstständigkeit oder das richtige Marketing für unsere Kurse.

Sozusagen ein Rundum-Paket, das für mich alle relevanten Themen abgedeckt hat.

Was habe ich gelernt

Allem voran habe ich sehr viel über mich gelernt. Erstaunlich, oder? Denn eigentlich ging es ja darum, mehr über Yoga zu lernen. Und das habe ich natürlich auch. Dennoch ist für mich der Mehrwert meiner Ausbildung vorrangig, dass ich mich selbst, meine Grenzen und meine Emotionen besser kennengelernt habe. Ich habe herausgefunden, welche Übungen mir gut tun und welche nicht. Ich habe festgestellt, welche Bereiche meines Lebens aktuell nicht so laufen und wie ich sie verändern möchte. Ich habe gelernt, dass mich tägliches Meditieren glücklich macht und mich erdet. Ich habe gemerkt, was ich eigentlich alles kann und wie wundervoll jeder einzelne Mensch ist. Ich habe gelernt Durchhaltevermögen zu zeigen und dennoch nicht die Geduld und Gelassenheit zu verlieren.

Was hat sich verändert

Dementsprechend habe ich mich auch verändert. Natürlich bin ich immer noch die wissbegierige, manchmal laute, aufgeweckte Studentin, die viel vom Leben will und immer aktiv ist. Doch das Besondere ist nun, dass ich auch eine andere Seite an mir entdeckt habe. Und das ist eine ruhige, gelassene Seite, mit der ich andere erden und zur Ruhe bringen kann. Mir wurde das in meinem Umfeld auch immer wieder zurückgespiegelt, dass ich immer wieder ein regelrechter Ruhepol sein kann.

Außerdem habe ich meinen Optimismus weiterentwickelt. Optimistisch bin ich immer noch, aber nun mit einem tieferen Vertrauen und Verständnis – vor allem, wenn einem das Schicksal wieder Steine in den Weg legt.

Was habe ich Positives erlebt

Eine ganz besondere und einmalige Erfahrung durfte ich erleben, als es mir eigentlich nicht so gut ging. Meine Schwester war im Krankenhaus, ich hatte selbst gerade erst eine Grippe hinter mir und es lief auch sonst gefühlt alles schief. Und dann stand das Yoga-Wochenende an. Ich bin unmotiviert hingegangen, wollte eigentlich nur noch ins Bett und schlafen.

Doch als ich angekommen bin, hat mich eine Teilnehmerin einfach in den Arm genommen. Sie hat nicht wissen wollen was los ist – das hätte ich gar nicht mal genau sagen können, denn es war so viel. Sie hat mir nicht irgendwelche Sprüche gesagt oder Ratschläge gegeben. Sie hat mich einfach in den Arm genommen, weil sie gespürt hat, dass es mir nicht gut geht. Und das tat unglaublich gut und ich bekomme immer wieder Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Was war negativ

Wenn sich alles auf ein Wochenende konzentriert, ist das natürlich auch mal anstrengend. Gerade wenn es nur Input ist und die Übungen erst am nächsten Tag folgen. Oder wenn wir einen kleinen Ausflug in die Orthopädie gemacht haben und man sich sehr konzentrieren muss, um den Ausführungen folgen zu können. Doch das gehört alles dazu.

Schade war nur, dass ich bei Krankheit mich hingeschleppt habe und nicht wirklich teilnehmen konnte. Nach ein, zwei Stunden musste ich wieder nach Hause, weil ich es länger nicht geschafft hatte. Da verpasst man natürlich einiges, was sehr schade ist.

Was möchte ich nun damit tun

Ich weiß noch gar nicht genau, was ich mit meiner Ausbildung nun tun werde. Ich kann mir sehr gut vorstellen, ein bis zwei Mal pro Woche zu unterrichten, um mein Wissen an deren weiterzugeben und das Gelernte zu verfestigen. Doch ich denke, dass sich das alles ergeben wird. Vielleicht an meiner Yogaschule, bei der ich gelernt habe? Oder in einem Unternehmen? Oder in einem VHS-Kurs? Ich weiß es noch nicht und ich bin gespannt, was sich ergeben wird.

Würde ich es weiterempfehlen

Ich kann eine Yoga-Ausbildung defintiv empfehlen. Du interessierst dich für Yoga und die ganze Bedeutung und Geschichte dahinter? Ja, dann mach es! Du willst unterrichten und deine Begeisterung weitergeben? Unbedingt! Oder du willst gar nicht unterrichten, sondern möchtest es einfach nur für dich machen? Auch dann!

Ich bin überzeugt davon, dass so eine Ausbildung fast schon wie eine einjährige „Therapie“ ist. Man kann so viel über sich und Mitmenschen lernen, kann seinen Umgang mit anderen und das eigene Leben hinterfragen. Es ist eine Zeit nur für sich selbst, die man sich mit so einer Yoga-Ausbildung schenken kann. Ich würde es jederzeit wieder machen 🙂

 

Yoga – Eure Fragen an mich

Im Rahmen meiner Yoga-Ausbildung durfte ich mir mehrere Fragen stellen, die mich persönlich zum Nachdenken angeregt haben. Nachdem mich auch mehrere Mails zu meiner Ausbildung erreicht haben, kann ich mir gut vorstellen, dass euch diese Fragen und meine Antworten ebenfalls interessieren. Ich hoffe, ich beantworte damit eure Anliegen direkt – ansonsten schreibt mir gerne eine kurze Mail 🙂

Außerdem kann ich euch diese Fragen für euch persönlich ebenfalls sehr empfehlen. Hinterfragt euch, eure Yoga-Praxis (oder Nicht-Praxis –> wieso?) und lernt euch besser kennen. Viel Spaß! 🙂

Was ist Yoga für dich?

a) auf der Matte

Durch das Praktizieren von Yoga fühle ich mich mit meinem Körper verbunden. Ich komme zur Ruhe und zu mir selbst, streife all die Hektik vom Alltag von mir und konzentriere mich auf das Wesentliche. Außerdem merke ich, wie mir die Asanas gut tun, wie beispielsweise dass ich keine Rückenschmerzen mehr habe, oder eine aufrechte und starke Haltung entwickelt habe.

b) im Alltag

Yoga besteht für mich nicht nur aus den Asanas, Pranayama oder der Meditation. Yoga ist für mich eine Lebenseinstellung, die dadurch geprägt ist, dass ich anderen Menschen offen und vor allem aufmerksam begegne und ihnen bewusst meine Zeit schenke und zuhöre. Ich versuche immer wieder gerne, meine innere Ruhe und meine positive Einstellung, die ich durch das Yoga erhalten habe, an andere weiter zu geben und ihnen dadurch zu helfen. Yoga im Alltag bedeutet für mich außerdem, immer wieder innezuhalten und nach meinen Bedürfnissen zu horchen.

Wann, wie und warum hast du Yoga entdeckt?

Vor gut 8 Jahren hatte ich ersten Kontakt zu Yoga durch meine Mutter. Sie nahm an vhs-Kursen teil und erzählte mir von ihren Erfahrungen. Daraufhin habe ich mir Bücher zugelegt und selbst eine eigene kleine Praxis entwickelt. Dies war zunächst sehr unregelmäßig und rein auf die körperliche Praxis bezogen. Doch nach verschiedenen Kursen von der vhs, Teilnahme an Yoga-Stunden in Studios und allgemein noch mehr Interesse am Pfad des Yoga an sich, wurde Yoga ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Gerade weil viele Umbrüche stattgefunden haben, tat mir die Ruhe und innere Stärke, die ich durch das Yoga entwickeln konnte, sehr gut.

Was erwartest Du Dir von der Ausbildung?

Durch die Ausbildung möchte ich zum einen Kontakt zu anderen Yoga-Begeisterten herstellen, die ebenfalls noch tiefer in die ganze Thematik einsteigen und mehr dazulernen möchten. Und zum anderen ist es für mich der Schlüssel dazu, dass ich meine Leidenschaft auf eine kompetente und professionelle Art an andere Interessierte weitergeben kann. Ich erwarte einen guten Austausch untereinander, viele spannende Gespräche und vor allem interessanten fachlichen Input mit der entsprechenden Unterstützung, damit ich bald eigene Yogastunden anleiten kann und mich dabei auch sicher fühle.

Was sind im Yoga Schwierigkeiten/ Herausforderungen denen du begegnest. Körperlich, mental, emotional?

Für mich persönlich ist vor allem eine große Herausforderung, meine Gedanken zur Ruhe zu bringen und mich vom Perfektionismus zu lösen. Letzteres ist immer wieder Thema und es gelingt mir von Zeit zu Zeit besser, aber ich muss mich dennoch manchmal „ermahnen“, dass ich einfach sein darf, ganz so wie ich bin, und nicht irgendwelchen Erwartungen entsprechen muss – auch beim Yoga in bestimmten Haltungen.

Was bedeutet Entspannung für dich und was machst du aktiv, um zur Ruhe zu kommen?

Entspannung ist für mich das Gefühl, einfach nur zu sein. Keinen Druck etwas bestimmtes zu tun, sondern den Moment bewusst zu genießen. Ich lese oder male dazu sehr gerne, oder nehme mir eine kleine Auszeit, um zu meditieren. Ein Entspannungsbad bei Kerzen finde ich ebenfalls sehr angenehm, auch wenn ich dies eher selten tue. Bei mir wirken auch Spaziergänge wie Balsam für die Seele.

Was ist deine Motivation die Ausbildung zu machen? Was sind Wünsche, Erwartungen, Ängste?

Mit der Ausbildung möchte ich meine Kenntnisse so vertiefen, dass ich in der Lage bin, meine Begeisterung für Yoga auch an andere weiterzugeben. Ich möchte mehr über die Thematik an sich, aber auch über mich lernen. Ich wünsche mir einen guten Austausch untereinander und dass mich jemand „an die Hand nimmt“ und mir zeigt, wie ich Yogastunden leiten kann.

 

Wie gesagt, wenn euch noch mehr zu meiner Ausbildung und meine Beweggründe interessiert, dann schreibt mir einfach in den Kommentaren oder per Mail. Ich freue mich, von euch zu hören 🙂

[Rezension] Die Psychologie des Yoga

Zu Yoga gibt es bereits etliche Bücher. Von Rückenyoga über Yin Yoga hin zu Power Yoga – bei so vielen Ratgebern verliert man leicht mal den Überblick. Und im Endeffekt braucht man auch nicht 10 Bücher, um Yoga praktizieren zu können. Die Standardübungen sind in fast allen Büchern enthalten und ein neues Buch bedeutet nicht unbedingt automatisch ein großer Mehrwert.

Als mir dieses Buch in die Hände fiel, war ich von dem Ansatz gleich überzeugt. Denn Yoga hat eine spannende Geschichte mit interessanten Empfehlungen zum alltäglichen Handeln, die in anderen Yoga-Büchern – wenn überhaupt – meist zu kurz behandelt werden. Auch wenn ich schon ein paar Dinge darüber gelesen, gehört und gelernt habe, so wollte ich noch mehr erfahren. Und ich wurde positiv überrascht.

Autor: Ralph Skuban
Preis: 19,99€
Verlag: arkana

Weitere Informationen: 192 Seiten, 15,5 x 21,0 cm

Link zum Buch: Verlag 

Der Verlag selbst schreibt über den Autor folgendes:

Ralph Skuban, geboren 1965, ist promovierter Politikwissenschaftler und Buchautor. Er leitete über zwei Jahrzehnte lang eine Einrichtung für Demenzkranke. Die intensiven Begegnungen mit Alter und Krankheit, dem zerfallenden Geist und Tod des Menschen führte ihn zur Mystik des Ostens, insbesondere zur Philosophie und Praxis des Yoga. Ralph Skuban publiziert Bücher und hält Vorträge und Seminare zu Themen der spirituellen Philosophie. Er lebt in der Nähe von München.

Da ich mich mitten in meiner Ausbildung zur Yogalehrerin befinde, habe ich schon mehrere Kontaktpunkte zu der Philosophie und Psychologie des Yoga bekommen. Gerade diese Einblicke finde ich besonders spannend, denn bis zur Ausbildung bestand auch für mich Yoga hauptsächlich aus den Körperübungen. Doch es kann so viel mehr sein.

Gerade in der heutigen, schnelllebigen Welt, gelten die Prinzipien des Yoga umso mehr. Sie können uns helfen, uns in all dem Trubel etwas zu erden und zur Ruhe zu kommen. Und vor allem sind sie hilfreiche Richtlinien, an denen wir uns orientieren können, wenn uns mal wieder die Orientierungslosigkeit überrannt hat.

Ganz besonders gut gefallen hat mir, dass der Autor so spannend und kurzweilig schreibt, dass man das Buch immer wieder gerne in die Hände nimmt. Ich dachte, dass mich nun komplizierte Schriften erwarten und ich mich Kapitel für Kapitel erst einmal durcharbeiten muss, um dann im Anschluss alles wirklich verstehen und verinnerlichen – und dann genießen zu können. Doch das stimmt überhaupt nicht.

Ich kann dieses Buch wirklich jedem wärmstens empfehlen, der in das Thema Yoga noch tiefer einsteigen möchte. In einer Yoga-Ausbildung macht das Buch sogar noch mehr Sinn und ich würde fast sagen, dass es fast schon als Pflichtlektüre zählen könnte. 🙂

Yogalehrerin: Zwischenstand meiner Ausbildung

Mittlerweile hatte ich bereits vier Yoga-Wochenenden. Auch wenn es natürlich eine zusätzliche Belastung zum Vollzeitjob ist, so freue ich mich doch immer wieder sehr darauf.

Yoga-Ausbildung als Auszeit vom Alltag

Es ist wie eine kleine Oase in meinem Alltag, eine Auszeit. Denn an diesen beiden Tagen beschäftige ich mich ausschließlich mit etwas, das mir große Freude bereitet und für das ich leidenschaftlich gerne Zeit aufwende. Und genau diese Leidenschaft teilen die anderen Teilnehmer auch. Die Energie, die an genau diesen Wochenenden zusammenkommt, ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Es kommt mir so vor, als würde man die Zeit anhalten und wir würden uns alle in unserer eigenen kleinen Yoga-Welt bewegen.

Normalerweise geht es sowohl in meinem Studium als auch in meiner aktuellen Arbeit (Praxissemester) immer darum, Leistung zu erbringen. Schnell sein, gut sein, die Erwartungen erfüllen oder sogar übertreffen. Doch in der Yoga-Ausbildung fällt genau dieser Druck vollkommen weg. Dein Körper gibt heute nicht mehr her? Gar kein Problem, nehme dich einfach aus der einen Übung etwas heraus. Du brauchst doch eine kurze Pause? Kein Ding, gehe ruhig kurz aus dem Raum, trinke einen Tee und komm zurück. Es ist eine ganz andere Art, Dinge zu lernen. Es geht nicht darum, alles auswendig zu können und Begriffe aufzuzählen. Sondern es geht um das Verstehen der Zusammenhänge, um das Wiedergeben aus dem Herzen heraus. Ein Ansatz, den ich absolut spannend finde.

Ich als kleine Perfektionistin bin immer darauf getrimmt, möglichst alles und möglichst alles auch noch ganz genau zu wissen. Ich schreibe viel mit, jede Kleinigkeit und mir fällt es schwer, Inhalte zusammenzufassen, weil für mich immer alles wichtig ist. Glücklicherweise ist das im Laufe meines Studiums schon deutlich besser geworden. Aber natürlich ist immer noch eine Tendenz dazu da.

Bei der Yoga-Ausbildung merke ich plötzlich, dass ich alles wie ein Schwamm in mich aufsauge. Auch wenn ich nicht alles mit schreibe und krampfhaft versuche, mir alles zu merken. Einfach nur weil es mich sehr interessiert und ich aktiv und aufmerksam dabei bin, kann ich mir schon sehr viel merken.

Bildergebnis für zitat yoga

Meine eigene Yoga-Praxis

Als Yogalehrer ist man in den Stunden, die man gibt, nicht wirklich selbst aktiv. Es geht vielmehr darum, die Schüler anzuleiten und zu korrigieren. Ich werde eher umherlaufen, auf die Körperausrichtung meiner Schüler achten, anstatt selbst im Hund oder einer anderen Asana zu verweilen.

Aber genau deshalb ist es umso wichtiger, dass eine regelmäßige Yoga-Praxis Bestandteil meines Alltags ist. Denn nur, wenn ich die Übungen selbst richtig und achtsam ausführe, kann ich sie beschreiben und andere anleiten. Dies ist auch ein großer Bestandteil der Ausbildung. Wir beschäftigen uns mit unterschiedlichen Asana-Arten, wie z.B. Rotationen, ein ganzes Wochenende lang. Erst einmal die eigene Praxis, dann besprechen, was uns auffällt und dann gehen wir jede einzelne ausgeführte Asana durch und überlegen uns, welche Punkte besonders wichtig sind. So konnte ich schon sehr viel über die korrekte Ausführung lernen, in meine eigene Praxis integrieren und werde diese Anweisungen auch an meine Schüler weitergeben können.

Auch wenn ich es aktuell nicht immer schaffe, so versuche ich dennoch morgens so ca. 20-30 Minuten Yoga zu machen. Für mich persönlich ist das ein wunderschöner Start in den Tag. Früher habe ich das „knallhart“ durchgezogen und wirklich jeden Tag Yoga gemacht. Doch nun bin ich etwas nachsichtiger mit mir selbst. Wenn es mich eher stresst, weil ich beispielsweise sowieso schon viel zu spät ins Bett gekommen bin und jede Minute Schlaf kostbar ist, oder wenn ich gerade bei meinem Freund übernachte, dann ist es auch mal in Ordnung kein Yoga zu machen.

Yoga soll ja eben nicht irgendeine Pflicht oder eine Art Workout sein. Sondern es ist etwas so wundervolles für den eigenen Körper, ein Zeichen von Achtsamkeit, und genau deshalb sollte man die Praxis auch genießen. Ich persönlich merke schnell, wenn mir meine Yoga-Praxis fehlt, weil ich mich nicht mehr so „geschmeidig“ fühle. Und dann ist es ein intrinsischer Anreiz, wieder Asanas auszuführen – diese Motivation ist um einiges nachhaltiger, als mir eine spezielle Yoga-Praxis aufzuzwingen.

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Bisheriges Fazit zur Ausbildung

Ich bin immer noch unglaublich glücklich und vor allem dankbar, dass ich diese Ausbildung noch absolvieren kann. Es war schon lange ein Wunsch, aber eine Ausbildung zur Yogalehrerin ist doch ziemlich teuer. Und vor allem gibt es so große Unterschiede, in der Unterrichtsart. Mit meiner Yogaschule habe ich wirklich sehr viel Glück. Diese herzliche und offene Art ist einfach wunderschön. Ich freue mich auf alles, was nocnh kommen wird und vor allem darauf, irgendwann selbst diese Leidenschaft für Yoga an andere weitergeben zu können!

 

Yogalehrerin: Erstes Wochenende in der Ausbildung

Letzte Woche habe ich euch davon erzählt, dass ich eine Yogalehrer-Ausbildung absolviere und euch allgemeine Infos gegeben.

Heute möchte ich auf mein erstes Wochenende (13.-14.10.) eingehen – und gleich vorab: ich sprudle nur so vor Begeisterung, also macht euch auf Überschwang und Geschwärme gefasst 😀

Samstag, 13.10.2018 – das erste Kennenlernen

Ich war zugegebenermaßen ziemlich aufgeregt… Wer wird denn da so alles sein? Passt das mit der Gruppe überhaupt? Wird es mir gefallen?

Aber jegliche Sorgen im Vorfeld waren sofort verschwunden, kaum habe ich meine Yogaschule betreten und wurde wieder von dieser ruhigen, herzlichen Atmosphäre empfangen. Jeder hat mich mit einem Lächeln begrüßt, jedem stand die Unsicherheit und die tausenden von Fragen ins Gesicht geschrieben. Ich war also definitiv nicht alleine.

Natürlich stand dann das typische an: das erste Kennenlernen. Eine kurze Vorstellungsrunde später war mir klar, dass diese Gruppe wunderbar harmonisch ist und sehr gut zusammen passt. Ich habe mich gleich wohl gefühlt und weiß schon jetzt, dass ich von ganz besonderen Menschen umgeben bin. Dadurch, dass wir alle das gleiche Ziel verfolgen und die gleichen Interessen haben, war von Anfang an eine große, gemeinschaftliche Energie da und es hat einfach Spaß gemacht, sich auszutauschen und kennenzulernen.

Im Laufe des Tages kam es mir schon gar nicht mehr so vor, als hätten wir uns alle gerade erst kennengelernt. Insbesondere als wir von der Theorie-Einheit über das Thema „Was ist Yoga?“ zur kleineren Praxis übergegangen sind, detailliert den Vierfüßler-Stand mit seiner korrekten Ausrichtung geübt und uns dabei gegenseitig angeleitet haben, war noch der kleinste Rest von Eis gebrochen. Wir wollten uns am Ende des Tages gar nicht so recht verabschieden und sind dann irgendwann doch gegangen, mit einem großen Strahlen im Gesicht.

Sonntag, 14.10.2018 – der Sonnengruß

Erstaunlicherweise war keiner erschöpft nach dem gestrigen Tag, sondern umso mehr voller Energie. Sich mit einem Thema zu beschäftigen, dass einen reizt und mit dem man Leidenschaft verbindet, setzt so viel Energie und Motivation frei – ich bin selbst ganz überrascht. Das kenne ich sonst nur, wenn es um meinen Blog geht 😉

Der zweite Tag hat sich fast komplett um den Sonnengruß gedreht. Nach einer kleinen Feedback-Runde, wie uns der Samstag gefallen hat und vor allem, wie es uns aktuell geht, sind wir gleich in die Praxis gestartet. Erst jede Asana (Körperhaltung/Position) ausführlich und am Ende im „Flow“. Es tat so gut und war eine ganz neue Erfahrung, den Sonnengruß, den ich sonst ohnehin immer für mich als Einleitung für meine Yoga-Praxis praktiziere, mal ganz ausführlich durchzugehen.

Wir konnten im Anschluss in Dreier-Teams verschiedene Teile des Sonnengrußes noch einmal ganz detailliert besprechen und mögliche Schwierigkeiten bzw. wichtige Dinge, auf die man achten sollte, „erforschen“ und haben dies anschließend in der Gruppe geteilt.

Dabei habe ich ein so wundervolles Kompliment bekommen, dass ich mich so schön ausdrücken und genau formulieren könnte, wie man den Körper richtig ausrichtet – schon wie eine richtige Yogalehrerin. Dass ich danach so dumm gegrinst habe wie schon lange nicht mehr, ist euch bestimmt klar 😉

Auch nach diesem Tag, der dann mit einem kurzen Schlenker zur Ernährung im Yoga geendet hat, wollte ich gar nicht so recht zurück in meinen Alltag. Allein die Vorstellung, mich in den darauffolgenden Tagen nicht mehr so ausführlich mit Yoga beschäftigen zu können, hat mich fast schon traurig gemacht. Umso mehr freue ich mich auf das nächste Wochenende im November. Bis dahin übe ich fleißig den Sonnengruß 🙂

Yogalehrerin: Meine Ausbildung

Lange hatte ich diesen Wunsch in mir, lange habe ich gespart… Bis ich mich endlich zur Yogalehrer-Ausbildung anmelden konnte!

Immer noch werde ich mit purer Freude und Glück erfüllt, wenn ich daran denke, dass ich diesen Schritt nun endlich gehe. Seit etlichen Jahren praktiziere ich Yoga und war von Anfang an Feuer und Flamme für dieses Thema. Sowohl die Körperübungen (endlich keine Rückenschmerzen mehr! – ja, auch in jungen Jahren kann man die haben 😉 ) als auch das ganze Drumherum. Es interessiert mich, es fasziniert mich und ich habe eine große Leidenschaft für das Thema Yoga entwickelt.

Nach acht Jahren Yoga (was bei jungen 22 Jahren schon was heißen will 😀 ) gehe ich nun endlich den nächsten Schritt, um diese Begeisterung auch andere weiterzugeben. Natürlich ist das kein Muss für alle Yogis, die schon länger dabei sind. Aber in mir habe ich immer mehr den Wunsch verspürt, nicht nur für mich selbst Yoga zu machen, sondern anderen Menschen zu zeigen, wie wundervoll es sein kann.

Allgemeines zu meiner Yogalehrer-Ausbildung

Da dieser Beitrag sonst viel zu lang wird, möchte ich mich heute erst einmal mit den allgemeinen Informationen zu meiner Ausbildung beschäftigen. Sozusagen: Zahlen, Daten, Fakten.

Gleich mal vorab: Yogalehrer ist leider keine beschützte Berufsbezeichnung, sodass man unbedingt auf schwarze Schafe aufpassen sollte. Es gibt keine allgemeine Prüfung, die für jeden gleich abläuft. Genauso wenig wie es ein Muss für bestimmte Inhalte gibt. Dies führt leider dazu, dass manche Lehrer nicht genügend vorbereitet sind und ihr Unwissen der Gesundheit der Teilnehmer schaden kann.

Also wenn ihr auch mit einer Yogalehrer-Ausbildung liebäugelt: informiert euch vorher unbedingt sehr ausführlich!

Gerade weil es inhaltlich unglaublich große Unterschiede gibt, ist es sehr wichtig, verschiedene Angebote zu vergleichen und dann die Ausbildung zu wählen, die am besten zu einem selbst passt. Es nützt nichts, sich durch eine Ausbildung zu quälen und dadurch die Liebe zum Yoga zu verlieren. Seid achtsam und spürt in euch rein, was euer Gefühl sagt.

Genau so habe ich so meiner Yogaschule gefunden: sanely. Das Konzept war für mich stimmig, die Räumlichkeiten wunderschön und vor allem das Team sehr sympathisch. Und meine Intuition wurde bestätigt – doch zu meinem ersten Yoga-Wochenende nächste Woche mehr 😉

Dauer und Kosten der Yogalehrer-Ausbildung

Auch hier gibt gewaltige Unterschiede. Aber eins ist fast immer der Fall: So eine Ausbildung ist ziemlich teuer.

Je nachdem was einem mehr liegt, gibt es Ausbildungen, die mehrere Wochen am Stück dauern oder welche, die wöchentliche Termine haben. Oder wie bei mir: ein Wochenende im Monat. Auch hier gilt zu schauen, was besser zu einem und vor allem in den eigenen Terminplan passt.

Ab gut 3.000€ ist man meist dabei – deshalb habe ich auch so viel sparen müssen, so als Student 😉

Meine Ausbildung geht ein Jahr lang, in dem immer wieder diese monatlichen Termine kommen. Ein Wochenende im Monat widme ich mich also von 10 bis 17 Uhr ganz dem Yoga. Die Zeit bis zum nächsten Treffen bleibt mir dann, um mich in die Themen noch mehr reinzulesen, „Hausaufgaben“ zu machen, die Asanas zu praktizieren und eventuelle Fragen zu formulieren.

Inhalte der Yogalehrer-Ausbildung

Wie bereits erwähnt: jede Yogaschule ist anders,  jeder Dozent legt den Fokus auf andere Themengebiete. Mir persönlich hat die Zusammenstellung von meiner Yogaschule am besten gefallen:

  • Yoga-Techniken
  • Unterrichtstechniken und -didaktik
  • Meditation
  • Yogaphilosophie
  • Unterrichtspraktikum mit Lehrproben
  • berufsorientierte Qualifikation – mit Existenzgründung, Marketing etc.
  • medizinische Grundlagen der Anatomie und Physiologie

Letztes Wochenende ging es los… Was ich dort alles erleben und lernen durfte, erfahrt ihr dann im Beitrag, der nächste Woche erscheint. Also schaut vorbei 🙂