[Rezension] Meer Momente wie dieser

Je länger ich nicht am Meer gewesen bin, desto größer wird meine Sehnsucht danach. Es ist mein Ort der Freiheit und Kraft. Wundert es euch also, dass die Rezensionen zu Meer-Romanen immer mehr werden? Wahrscheinlich nicht 😉

Dieses Mal reisen wir auf die Nordseeinsel Sylt. Eine Insel, auf der viele die Reichen und Schönen erwarten, die jedoch auch ganz wundervolle Natur zu bieten hat und einfach traumhaft schön ist – auch ganz ohne irgendwelche schönen Menschen.

Titel: Meer Momente wie dieser

Autorin: Svenja Lassen

Verlag: blanvalet

Preis: 10,00 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-7341-0919-5

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Sina ist bodenständig, ernst und pflichtbewusst. Es ist ihre Art, mit dem Leben umzugehen, das sie bereits vor harte Proben gestellt hat. Seitdem ihr Vater verstorben ist, als sie noch ein Teenager war, kapselt sie sich von der Welt ab und hält sich an Gewohnheiten und Sicherheiten fest. Ihre Mitbewohnerin Amelie ist ganz anders: spontan, weltoffen, quirrlig. Kein Wunder also, dass diese einen kurzfristigen Urlaub auf Sylt vorschlägt, damit Amelie ihren Exfreund ganz schnell vergessen kann. Wie bei jedem Urlaub, erstellen die beiden gemeinsam eine Meer-Momente-Liste, die sie abarbeiten und somit die schönsten Erlebnisse ermöglichen wollen. Amelie besteht darauf, dass Sina mitkommtn und diese willigt nach langem Überlegen ein – und verliert dabei jedoch ihren Job, nur weil sie endlich mal auf ihren (bereits genehmigten) Urlaub von zwei Wochen besteht.

Als dann Amelie jedoch kurz vor Abreise zu ihrem Exfreund zurückkehrt, macht sich Sina allein auf den Weg nach Sylt. Für sie, die am Alltagstrott festhält und Angst vor Veränderungen hat, ein großes Wagnis. Ihre Unterkunft ist anders als gedacht und die Meer-Momente lassen sich nicht so leicht umsetzen, wie Sina es sich gewünscht hätte. Doch ganz nebenbei öffnet sie sich immer mehr den Wundern der Welt, den spontanen Erlebnissen, und ihrem Vermieter Ben … Wäre da nicht auch noch Michael, ihr Exfreund aus Teenagerjahren, der ihr Herz noch immer zum Klopfen bringt.

Meinung zum Buch „Meer Momente wie dieser“

Wer das Meer liebt, wird auch dieses Buch lieben, denn auf jeder Seite lässt sich das Rauschen der Wellen fast hören und den Sand unter den Fußen regelrecht spüren. Es macht Lust darauf, ebenfalls mehr Abenteuer im Leben zu entdecken – und natürlich ans Meer zu reisen. Die Liste der Meer-Momente hat mich sehr inspiriert, sodass ich unmittelbar nach dem Lesen des Buches eine eigene Liste für den anstehenden Urlaub erstellt habe.

Der Schreibstil ist wirklich angenehm, lässt die Insel und die Figuren lebendig werden und macht einfach Spaß. Ich habe immer weider glucksen und lachen müssen und natürlich war ich auch zu Tränen gerührt. Ich finde es schön, wie sich Sina im Laufe des Buches entwickelt und ihr Leben neu für sich entdeckt. Natürlich kommen auch die Gefühle nicht zu kurz, ohne dass es total kitschig wird.

Sina selbst war mir wirklich sympathisch. Sie wirkte normal, bodenständig und die Phasen, die sie durchlaufen hat, wirken plausibel und dennoch einfach schön. Auch Ben und Michael hatte ich klar vor Augen.

Wie immer nach so einem wunderbaren Buch, war ich traurig, dass es schon vorbei war. „Meer Momente wie dieser“ ist ein Nordsee-Roman, der Lust auf Abenteuer und das Leben macht und einfach ans Herz geht. Ich kann ihn nur empfehlen!

[Rezension] HighLand Hope 1 – Ein Bed & Breakfast für Kirkby

Schottland ist gerade bei Romanen hoch im Trend – kein Wunder, es hört sich nach einer wunderschönen Landschaft an. Leider war ich bisher noch nicht selber vor Ort, aber die Romane, die in Schottland spielen, machen auf jeden Fall große Lust darauf. So auch „Highland Hope“ von Charlotte McGregor.

Titel: Highland Hope 1 – Ein Bed & Breakfast für Kirkby

Autorin: Charlotte McGregor

Verlag: Heyne

Preis: 10,99 € (Taschenbuch, Klappenbroschur)

ISBN: 978-3-453-42483-8

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Dieser Roman ist der erste der Highland Hope – Reihe und so viel schon einmal vorweg: Ich freue mich schon jetzt auf die weiteren Teile!

Colleens Leben scheint zusammengebrochen zu sein. Ihr Vater ist erst kürzlich verstorben, der ihr großer Anker gewesen war, und die Beziehung zu ihrer Mutter ist mehr schlecht als recht. Da sich ihr Vater gewünscht hatte, in seiner Heimatstadt in den schottischen Highlands beerdigt zu werden, macht sich Colleen auf den Weg nach Kirkby. Ihr Vater hatte sich gewünscht, dass sie dort auch eine längere Zeit verbringt, um Land und Leute kennenzulernen. Was zunächst als karger, dunkler Ort herüberkommt, entpuppt sich schnell als eine einmalige Dorfgemeinschaft, traumhafte Natur – und vor allem extrem ansprechender Vermieter des Cottage, in dem Colleen vorerst unterkommen möchte.

Die herzliche Familie von Alex nimmt Colleen sofort auf und kümmert sich rührend um die noch sehr zerbrechliche junge Frau. Gerade das Pferd Tilly hilft ihr dabei sich wieder aufzurappeln und neue Energie fürs Leben zu schöpfen. Außerdem kommt sie dabei Alex immer näher …

Meine Meinung zu „Highland Hope 1 – Ein Bed & Breakfast für Kirkby“

Colleen ist eine liebenswerte Person, die noch nicht so recht weiß, wo sie im Leben steht. Dass sie ihre Wurzeln viel eher in Schottland als in Boston spürt, ist die Basis dieser Geschichte und lässt die Frage aufkommen, wo man seine eigenen Wurzeln sieht. Für mich persönlich war das beispielsweise nie mein Geburtsort. Doch nicht nur diese Frage spielt eine große Rolle in diesem Roman, sondern auch das Finden vom persönlichen Glück. Und dabei ist Colleen wirklich gut. Sie entdeckt ihre Liebe zum Reiten neu und stellt fest, dass eine gute Dorfgemeinschaft ein Gefühl von Zugehörigkeit vermittelt, das ihr durch den Verlust ihres Vaters sehr gefehlt hat.

Das Buch lässt sich sehr gut lesen, regt zum Nachdenken, aber auch zum Träumen an. Die Bewohner und Bewohnerinnen des Ortes Kirkby sind mir schon jetzt ans Herz gewachsen, obwohl der Fokus auf Colleen und Alex liegt. Ich freue mich schon darauf, von anderen Personen aus Kirkby zu lesen – das versprechen zumindest die Fortsetzungen von „Highland Hope“. Es ist ein Liebesroman voll mit schöner Natur, Pferden sowie sympathischen und herzlichen Menschen.

[Rezension] Ostseefunkeln

Emotionen wollen gefühlt und ausgelebt werden. Ansonsten bahnen sie sich einfach irgendwann unkontrolliert ihren Weg nach oben. Wie Luftballons, die man versucht unter Wasser zu drücken. Irgendwann kann man alle Ballons, die sich mit der Zeit angesammelt haben, einfach nicht mehr unter Dach und Fach halten – sie ploppen nach oben, zur Wasseroberfläche.

Titel: Ostseefunkeln

Autorin: Marie Merburg

Verlag: Lübbe

Preis: 11,00 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-404-18365-4

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Laura ist so ein Mensch, der versucht alles unter Kontrolle zu haben. Gerade die Gefühle. Als ihre Eltern in frühen Kindesalter verunglückt sind, hat sie ihre Tränen irgendwann gestoppt und tief in sich verstaut. So, wie auch viele andere Gefühle. Ihr neuer Fokus war die Karriere und sie hatte irgendwann eigentlich alles, was sie sich gewünscht hatte: tolle Wohnung, tolle Karriere und einen Freund. Doch dann erwischt sie ihren Verlobten im Bett mit ihrer besten Freundin und ihre Sicherungen brennen durch. Um ihre Wunden zu lecken und wieder etwas herunterzukommen, quartiert sie sich bei ihrer Tante Gerti ein. Inmitten der wunderschönen Landschaft von Rügen, kommt sie nicht nur ihrer Tante, sondern auch deren Nachbarn immer näher …

„Ostseefunkeln“ von Marie Merburg gehört zu einer Rügen-Reihe. Da ich das zuvor gar nicht wusste, als mir dieses Buch in die Hände gefallen ist, kann ich versichern: ihr müsste keinen der anderen Bücher gelesen haben, sie sind alle in sich abgeschlossen. Die Geschichte von Laura hat mir so gut gefallen, dass ich mir gleich ein weiteres Buch der Reihe gekauft habe 😉

Tante Gerti ist ein sehr spezieller, aber herzensguter Mensch und Laura das extreme Gegenteil: etwas kalt und viel zu strukturiert. Es ist schön mitzuerleben, wie Laura immer mehr auftaut und sich selbst, vor allem ihre Gefühle, neu entdeckt. Allen voran war das Buch jedoch einfach immer wieder herrlich witzig und hat für einige Lacher gesorgt. Natürlich ist die Geschichte etwas vorhersehbar, aber genau das hatte ich gesucht, als ich einen Ostsee-Roman ausgewählt habe: eine ordentliche Prise Liebe, ganz viel Meer und eine witzige und schöne Geschichte. All das findet man in „Ostseefunkeln“ auf jeden Fall!

[Rezension] Der Zopf

Nachdem ich mit stiller, aber großer Begeisterung „Das Haus der Frauen“ gelesen hatte, wollte ich unbedingt auch das Debüt der Autorin Laetitia Colombani lesen, das den Namen „Der Zopf“ trägt. Laetitia Colombani scheint eine Vorliebe für starke Frauen zu haben, das hat sie in ihrem zweiten Roman bewiesen, bei dem es ebenfalls um die Schicksale verschiedener Frauen geht. Aber zurück zum Debüt: Auch wenn sich über das knallige Türkis streiten lässt, so gefällt mir das Cover wirklich sehr gut. Die vergoldeten Ecken und Blumen lassen es besonders wirken. Und das ist dieses Buch in der Tat.

Titel: Der Zopf

Autorin: Laetitia Colombani

Verlag: S. Fischer Verlage

Preis: 11,00 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-596-52266-8

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Da es sich um einen SPIEGEL-Bestseller-Roman handelt, wurde er schon zur Genüge besprochen. Aber vielleicht ist jemanden dieser Titel ja dennoch entfallen, immerhin erschien er bereits 2019. Also habe ich mich dazu entschlossen, ihn dennoch hier auf LYREBIRD zu rezensieren.

In „Der Zopf“ werden drei Geschichten wie ein Zopf miteinander verflochten. Es geht um drei Frauen, die auf drei Kontinenten ganz unterschiedliche Leben führen. Smita ist eine „Unberührbare“ aus Indien, die von der Gesellschaft verstoßen und verächtet wird. Giulia kämpft in Sizilien um den Erhalt der Perückenfabrik ihres Vaters. Anwältin Sarah aus Montreal erfährt kurz vor dem Höhepunkt ihrer hart erkämpften Karriere von ihrer Krebserkrankung.

Auf den ersten Blick scheinen diese drei Geschichten nichts miteinander zu tun zu haben. Dies ist auch fast das gesamte Buch über der Fall. Doch erst gegen Ende lässt sich erkennen, was die Lebenswege dieser drei besonderen Frauen zueinander führt.

Im Buch wird immer wieder zwischen den Geschichten der Frauen gewechselt, aber ohne dass dabei Chaos entsteht. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es ein sehr unaufregender Roman ist, sehr ruhig von der Sprache her, aber mit sehr kraftvollen Worten und einem umso kraftvollerem Ende. Es hat mich sehr ergriffen das Leid der Frauen kennenzulernen. So unterschiedlich sie auch sind: jede hat mit etwas anderem zu kämpfen und jede ist für sich unglaublich stark. Ich denke auch, dass dies diesen Roman zu einem Bestseller hat werden lassen. „Der Zopf“ ruft zu innerer Stärke auf und ist eine Erinnerung daran, wie viel in uns steckt, wenn wir nur fest daran glauben.

Titelbild Rezension Bretonischer Zitronenzauber

[Rezension] Bretonischer Zitronenzauber

In manchen Familien ist der Stammbaum sehr deutlich und eigentlich jedem Familienmitglied klar. Doch es gibt auch andere, die voller Geheimnisse sind. Mona aus „Betronischer Zitronenzauber“ stammt aus so einer Familie.

Titel: Bretonischer Zitronenzauber

Autorin: Hannah Luis

Verlag: Heyne

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-453-42482-1

Erschienen: 13.04.2021

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Als Monas Oma Fine gestorben ist, bleibt ihr nur noch ihre Mutter. Beim Ausmisten von Fines Dachboden stößt Mona dann jedoch auf Erinnerung von ihrer Urgroßmutter Helene und damit auf große Fragezeichen. Was hat es mit dem Rezept der „Cehes Zitronentarte“ auf sich und was ist damals in der Bretagne passiert, als ihre Urgroßmutter Helene mit einem Kind zurückkam und kein Wort über den Vater verloren hat? Mona sieht ein großes Rätsel vor ihr und hofft auf eine Spur zu ihrem Urgroßvater, den sie nie kennengelernt hat.

Ihre Reise führt sie einen kleinen Ort in der Bretagne, wo sie kurzerhand einen mürrischen Reisebegleiter bekommt. Doch mit der Zeit beginnt seine Mauer zu bröckeln und sie lernt nicht nur die malerische Landschaft der Bretagne besser kennen, sondern auch ihn und seine weichen Seiten…

Dieser Roman macht Lust auf Urlaub in der Bretagne. Die Landschaft wird so treffend und zauberhaft beschrieben, dass ich zu jeder Zeit im Buch die Orte in den schillerndsten Farben vor meinem inneren Auge gesehen habe. Die Liebesgeschichte, die sich im Buch zaghaft entwickelt, ist zwar abzusehen, aber die Recherche nach den Familiengeheimnissen sorgen für genug Spannung. Alle Personen, die ich im Laufe des Buches kennenlernen durfte, sind mir sofort ans Herz gewachsen und gerade Mona, der kleine Sonnenschein, ist mir direkt sympathisch gewesen. Ihr innere Zerrissenheit ist immer nachvollziehbar und macht sie noch nahbarer.

Oma Fina hätte ich so gerne persönlich kennengelernt, denn ihre Einstellung zum Leben ist bemerkenswert. Die Ratschläge, die Mona im Laufe ihrer Reise immer wieder einfallen, musste ich mir sogar notieren, so wertvoll und wahr waren sie doch immer.

Dieser Roman hat einfach Spaß gemacht, hat mich mitfiebern und glucksen lassen und hat mich vor allem mit einem großen Gefühl zurückgelassen: der Sehnsucht nach einer spontanen Reise voller Abenteuer, am besten in der Bretagne!

P.S. Rezepte zur geheimnisumwobenden Zitronentarte und auch anderen bretonischen Leckereien gibt es im Buch auch noch.

[Rezension] Das kleine Friesencafé

Meine Sehnsucht nach der Nordsee wird immer größer, je länger ich von ihr fernbleiben muss. Dementsprechend verschlinge ich gerade auch Nordsee-Romane. Ob das eine eigens auferlegte Qual ist, oder ob ich damit zumindest zum Teil meine Sehnsucht befriedigen kann, bleibt mal dahingestellt.

Jedenfalls bin ich generell ein Fan von Romanen, die an der Küste spielen und mir ein Gefühl von Urlaub und Freiheit vermitteln. Janne Mommsen schreibt herrliche solcher Bücher. Ich mochte beispielsweise die Reihe zur Inselbuchhandlung sehr gerne. Diesmal habe ich es also mit „Das kleine Friesencafé“ probiert, das mich allein vom Cover und vom Titel her bereits sehr angesprochen hat.

Titel: Das kleine Friesencafé

Autor: Janne Mommsen

Verlag: rowohlt (klick)

Preis: 16,00 € (Paperback)

ISBN: 978-3-499-00395-0

Es geht um Julia, die dringend eine Auszeit von ihrem Leben braucht. Julia arbeitet gemeinsam mit ihrer Oma Anita in einem eigenen Blumengeschäft, doch sie merkt, dass sie der Alltag langsam erdrückt. Um ihrer Mutter näherzukommen, die starb, als Julia noch ein kleines Kind war, reist Julia nach Föhr. Dort möchte sie die Orte aufsuchen, die ihre Mutter damals bei einer Kur aufgesucht hatte, und diese Orte in einem Gemälde festhalten. Neben dem Malen ist ihre zweite Leidenschaft das Backen. So bietet es sich irgendwann an, dass sie Kuchen backt und sie ihren Besuchern zu einem Unkostenbeitrag von einem Euro anbietet. Langsam aber sicher fühlt sie sich immer wohler auf Föhr, aber sie muss doch zurück nach Gelsenkirchen, in den Blumenladen, oder?

Die Geschichte ist im Grunde genommen wirklich einfach nett. Kapitän Paulsen erhält auch seinen Platz und man erfährt von seinen Schwierigkeiten im Ruhestand anzukommen. Julia lernt liebe Menschen kennen und kann die ganze Zeit das tun, wofür sie brennt: Malen und Backen. Doch so sehr ich die Geschichten von Janne Mommsen eigentlich liebe, so enttäuscht war ich von dieser.

An manchen Stellen war die Schreibe fast schon poetisch und wirklich schon. Doch irgendetwas hat gefehlt. Ich habe lange darüber nachgedacht und konnte für mich nur festhalten, dass die Geschichte nur so dahinplätschert, viel zu schnell wichtige Szenen übergangen werden und alles so selbstverständlich und einfach wirkt. Mir hat die Tiefe gefehlt, die großen Emotionen und das ausführlichere Schildern. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich erinnere mich an die anderen Bücher von Janne Mommsen und weiß um mein Mitfiebern und Mitfreuen. Das hat mir hier leider etwas gefehlt.

Dennoch ist es eine schöne Geschichte, um sich der Nordsee wieder etwas näher zu fühlen. Es macht Lust auf die Leute dort und vor allem auf die Natur, die wiederum sehr schön beschrieben wurde. „Das kleine Friesencafé“ ist der Auftakt zur neuen Friesencafé-Reihe von Janne Mommsen und ich habe schon jetzt beschlossen, dass ich den zweiten Band lesen muss, um mir ein noch besseres und zusammenhängenderes Bild machen zu können.

P.S. Und eine Sache muss ich noch erwähnen: Wie cool ist es bitte, den eigenen Namen auf einem Buch zu sehen??! 😀 Auch wenn Herr Mommsen bekanntlicherweise ein Mann ist … mein Name ist so selten, dass das für mich eine kleine Offenbarung ist 😉

[Rezension] Das Leuchten der Inselblumen

Eine kleine Anekdote aus dem Leben einer Vielleserin: Ich schlage das Buch „Das Leuchten der Inselblumen“ mit Vorfreude auf und erwarte eine schöne Nordsee-Geschichte, die mich zumindest im Kopf reisen lässt. Ich beginne also zu lesen von Anna auf ihrer Nordsee-Insel, von ihrem Blumenladen und von Roos, die leider verstorben ist. Dann kam ich ins Stutzen. Moment, irgendwie kommt mir das bekannt vor. Spätestens als dann ihr Dackel auch noch auftaucht, war mir klar: Darüber habe ich schon einmal gelesen!

Ein Blick hinten ins Buch bestätigt meinen Verdacht: Es gibt tatsächlich einen ersten Teil und zwar „Der Sommer der Inselblumen“! Aber alle, die an dieser Stelle schon aufhören wollen, die Rezensionen zu lesen, möchte ich beruhigen: „Das Leuchten der Inselblumen“ schließt zwar an Teil 1 an, lässt sich aber auch gut lesen, ohne dass man den ersten Teil kennt. Es wird gekonnt in die Geschichte eingeflochten, was bereits passiert ist, wer wer ist und wie das vorige Buch geendet hat.

Weil der erste Band aber auch so schön war, empfehle ich trotzdem ihn zu lesen 😉

Titel: Das Leuchten der Inselblumen

Autorin: Mina Gold

Verlag: Penguin (klick)

Preis: 10,00€ (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-328-10471-1

Jedenfalls geht es, wie bereits erwähnt, um Anna, die auf der Nordseeinsel Texel ein neues Zuhause gefunden hat. Sie ist mittlerweile mit Ole zusammen, einem Tierarzt, der leidenschaftlich gerne surft. Perfekt wird das Trio durch Annas Dackel, der etwas zu viel auf den Hüften hat.

Anna kämpft aktuell mit ihrem Blumencafé. Seit ihre gute, alte Freundin Roos gestorben ist und der wunderbare Kuchen fehlt, läuft das Geschäft nicht mehr rund. Hinzu kommt die Gerüchteküche, was Anna mit Roos‘ Tod zu tun hat. Doch dann erfährt sie von einer unerwarteten Erbschaft und schöpft neue Hoffnung. Soll das Café vielleicht doch wieder an Fahrt aufnehmen?

Es ist eine wirklich süße, spannende, rührende, lustige Geschichte. Ich habe sie verschlungen, alle Personen ins Herz geschlossen und mitgefiebert. Denn es passiert einiges in diesem Buch! Umso schockierter war ich dann, als das Buch – für mich plötzlich – endete. Dass der nächste Teil erst 2023 erscheint ist ganz frustrierend. Wahrscheinlich habe ich bis dahin wieder vergessen, dass ich die ersten beiden gelesen habe 😉

Jedenfalls ist der Schreibsteil einfach angenehm. Ich konnte vollkommen in der Geschichte versinken, die Sprache war bildhaft, ohne dass sie zu überladen wirkte. Die Personen sind alle wirklich vielschichtig und nicht nur oberflächlich dargestellt. Auch darf man einiges über Menschen und ihre Beweggründe lernen, finde ich. Ganz besonders schön ist jedoch die Liebe zwischen Anna und Ole, die vielen Proben standhalten muss.

Ich kann dieses Buch also wirklich nur wärmstens empfehlen. Es ist gerade jetzt, zu Pandemie-Zeiten, der perfekte Ausflug ans Meer mit viel Herz und freundschaftlicher Wärme.

[Rezension] Sex für Wiedereinsteiger

Achtung, jetzt wird es brisant: denn es geht um Sex.

Das Thema Sex wird nicht allzu oft öffentlich aufgegriffen. Zumindest ist es kein Thema, über das man nachmittags in einem Café mit einer Freundin spricht, oder das angesprochen wird, wenn man abends gemütlich mit Freunden auf der Couch sitzt.

Titel: Sex für Wiedereinsteiger

Autorin: Mila Paulsen

Verlag: Goldmann (klick)

Preis: 10,00 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-442-49186-5

Nein, Sex ist immer noch etwas Intimes und Privates – und das ist auch gut so! Doch was ist, wenn Sex plötzlich zu einem Problem wird? Mit wem spricht man darüber?

Die Frauen im Roman „Sex für Wiedereinsteiger“ stellen sich eben diese Frage. Sie haben aus den unterschiedlichsten Gründen Probleme mit Sex und doch vereint sie eines: sie sind nicht befriedigt. Auf der Suche nach einem erfüllenden Sexleben, nehmen sie an einem vhs-Kurs teil, der den Titel trägt „Sex für Wiedereinsteiger“. Und so finden sich diese Fragen unterschiedlichsten Alters zusammen und schnell weicht die angespannte, verklemmte Stimmung einer offenen Herzlichkeit, die endlich möglich macht, über die (eigentlich) schönste Sache der Welt zu sprechen: über verdammt guten Sex!

Tilda ist Sexualtherapeutin und leitet diesen Kurs. Sie spricht entwaffnend offen über den weiblichen Körper, über Orgasmen, über Selbstliebe, über Grenzen und über noch viele andere so wichtige Themen rund um Sexualität.

Im Buch wird zwischen mehreren Perspektiven gewechselt und als Leser*in begleiten wir mehrere, sehr unterschiedliche Frauen auf ihrem Weg zu einem besseren Sexleben. Ganz besonders fällt hier auf: egal wie toll, wie hübsch, wie sexy, wie erfolgreich eine Frau ist – sie ist eben doch einfach eine Frau und hat bestimmte Bedürfnisse, körperliche Gegebenheiten und kann eben auch mit den „besten Voraussetzungen“ Probleme beim Sex haben.

Als mein Freund das Buch auf meinen Nachtisch hat liegen sehen, hat er irritiert gefragt: „Liest du einen Sex-Ratgeber?“

Ich habe das verneint. Es ist immerhin ein Roman. Doch ganz ehrlich? Im Grunde genommen IST es ein Ratgeber, wenn auch in einer schönen, trügerischen Hülle verpackt 😉 Dieses Buch beschreibt manchmal sehr detailliert Sex-Szenen, gibt gleichzeitig an vielen Stellen Tipps und ist zu guter Letzt schlichtweg stimulierend. Es macht einfach Spaß darin zu lesen und es macht Lust darauf, auch selbst im Sexleben etwas Neues auszuprobieren und sich selbst besser zu erforschen.

Ich muss zugeben, dass es etwas komisch ist, hier auf meinem Blog über das Thema Sex zu schreiben. Doch dieses Buch hat mich eines gelehrt: Sex ist die natürlichste Sache der Welt. Egal mit welchem Partner oder Partnerin, egal ob überhaupt – jeder hat seinen eigenen Ansatz. Aber eines ist jedem gleich: Sex kann so wunderschön sein, wenn man sich fallen lassen kann und wenn man offen mit dem Thema umgeht.

Dieses Buch ist für alle Frauen, die schon immer mehr über Sex und ihren Körper wissen wollten, oder auch einfach die Lust haben auf eine witzige und offene Geschichte, wie man sie sonst nicht liest.

[Rezension] Söhne des Glücks

Sehr umfangreiche Bücher können anfangs äußerst abschreckend wirken. Es stellt sich schnell die Frage: Kann das Buch wirklich durchgehend gut sein, auch wenn es über 600, 700 Seiten umfasst? Gewiss gibt es Bücher, die diese Erwartung nicht einhalten können. Doch heute stelle ich euch ein Buch vor, dass meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat.

Der Autor Jeffrey Archer hat mittlerweile schon etliche Bücher veröffentlicht, eines umfangreicher als das andere. Und dennoch hatte ich bisher noch keines von ihm gelesen. Nun weiß ich: Das war ein großer Fehler!

Titel: Söhne des Glücks

Autor: Jeffrey Archer

Verlag: Heyne (klick)

Preis: 10,99 € (Taschenbuch), 704 Seiten

ISBN: 978-3-453-42505-7

Der Roman „Söhne des Glücks“ hat mich in seinen Bann gezogen – von der ersten bis zur letzten Seite. Es geht um Nat und Fletcher, Zwillinge, die bei der Geburt getrennt wurden. Wir Leser*innen wissen von Anfang an von diesem Geheimnis und erfahren auch, wie es dazu kommen konnte. Ein spannender Start in das Buch, weil die ganze Zeit die Frage im Raum stand: „Wann werden es die beiden herausfinden?“

Die Geschichte ist fesselnd, rasant, herzerwärmend und manchmal auch schockierend. Ich konnte das Buch wirklich nicht mehr aus meinen Händen legen. Es wird erzählt, wie Nat und Fletcher aufwachsen, wie sie glänzende Leistungen in Schule und Universität erbringen und wie sie ihre große Liebe finden. Doch ganz besonders im Fokus stehen die politischen Aktivitäten der beiden. Obwohl ich selbst nicht politisch aktiv bin, so hat es mich fasziniert, wie umfangreich Wahlkämpfe doch sein können und ich habe mich ertappt, wie ich mitgefiebert habe. Doch das ist bei weitem nicht alles. Im Leben der beiden gibt es viele Wendungen, und auch schicksalshafte Erlebnisse. Diese werden eindrücklich und vor allem spannend beschrieben. Jeffrey Archer schafft es einfach immer wieder aufs Neue, die Leser*innen atemlos zurückzulassen, sodass es gar nicht anders geht, als das nächste Kapitel zu beginnen.

Es spielen Rechtsstreits eine Rolle, denen mehrere Kapitel gewidmet werden und die so faszinierend sind, dass der Beruf Rechtsanwalt einiges an Reputation gewinnt. Ich war schon immer fasziniert von bewegenden Plädoyers und gekonnten Befragungen der Zeugen. In „Söhne des Glücks“ wird man Teil davon und wartet bis zur letzten Sekunde, bis sich die Taktik des Anwalts auflöst.

Die Justiz und die Politik klingen nach sehr trockenden Themen. Dieses Buch lässt beide lebendig werden und in neuem Glanz erstrahlen. Noch nie war ich so gefesselt von beidem. Gleichzeitig wird das Familienleben und die Liebe dargestellt, ohne dass diese Themen kitischig werden und Überhand nehmen.

Ganz besonders an diesem Buch ist jedoch der ständige Wechsel der Perspektiven. Erst musste ich mich daran gewöhnen, doch wenn man aufmerksam liest, dann wird schnell ersichtlich, welcher Freund zu wem gehört und von wem gerade die Rede ist. Diese Wechsel haben das Buch sehr interessant werden lassen, da die jeweiligen Abschnitte fast immer spannend geendet haben, man dann erst wieder zum anderen der beiden wechselt, nur um dann erneut eine spannende Geschichte zu erfahren.

Stück für Stück werden die beiden Leben von Nat und Fletcher und ihre jeweiligen Geschichten näher zusammengeflochten. Sie nähern sich immer weiter an und die große Frage ist stets: Wann lernen sie sich endlich kennen?

Diese ausführlich Rezension spricht wahrscheinlich schon für sich, aber noch einmal kurz: Ich bin absolut fasziniert und begeistertet gewesen von „Söhne des Glücks“ und werde noch zahlreiche andere Bücher von Jeffrey Archer lesen. Jede*r, der/die Lust hat auf eine umfassende, fesselnde, atemlose Lebensgeschichte einer interessanten Persönlichkeit, wird hier gleich zweifach beglückt. Ich kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen!

[Rezension] Reise mit zwei Unbekannten

Die Geschichte von Maxine und Alew ist wie eine wärmende Umarmung, die zu Tränen rührt und alle inneren Mauern bröckeln lässt.

Titel: Reise mit zwei Unbekannten

Autorin: Zoe Brisby

Verlag: eichborn (klick)

Preis: 18,00 € (Hardcover)

ISBN: 978-3-8479-0056-6

Ich bin leicht zu Tränen zu rühren, das gebe ich gerne zu. Doch schon lange hat mich keine Geschichte mehr zu im tiefsten Herzen berührt, wie die in „Reise mit zwei Unbekannten“. In diesem ganz wundervollen Roman lernen wir Alex kennen, der mit einer starken Depression zu kämpfen hat und Maxine, die bei sich Alzheimer diagnostiziert hat und ihrem Leben selbst ein Ende setzen möchte. Zwischen diesen beiden Personen liegen etliche Jahrzehnte Altersunterschied und doch haben sie sich gesucht und gefunden, als Maxine zu Alex ins Auto steigt, um die Reise nach Brüssel anzutreten. Ein Abenteuer beginnt, das das Leben beider komplett auf den Kopf stellt.

Dieses Buch strotzt nur so vor Liebe und Humor, aber auch vor Humor und Nachdenklichkeit. Gerade Maxine ist so ein wundervoller Charakter – ich hätte sie wirklich gerne im wahren Leben kennengelernt. Von ihrem Enthusiasmus und ihrer Art zu leben, könnten sich viele eine Scheibe abschneiden. So geht es auch Alex, der mir ebenfalls sehr nah gegangen ist. Seine Depression ist so gut umschrieben, dass einem als Leser*in selbst ganz schwer ums Herzen wird.

Die Abenteuer, die die beiden erleben sind sogar spannend, oft einfach nur herrlich witzig, und immer steckt eine kleine Botschaft ans Leben darin. Ich habe jede Seite dieses Buches geliebt und kann mir nun gar nicht vorstellen, dass diese zwei besonderen Menschen plötzlich nicht mehr Teil meines Lebens sind. Ich werde „Reise mit zwei Unbekannten“ auf jeden Fall noch öfter lesen!