[Rezension] Draußen – Zurück zur Natur und zu dir selbst

„Dies ist kein Buch über Therapie unter freiem Himmel, sondern darüber, wie man die Natur und die eigene Beziehung zu ihr therapeutisch nutzen kann.“

Ruth Allen in „Draussen“

Dieser Satz, der direkt in der Einleitung auftaucht, hat mich aufhorchen lassen. Die Beziehung zur Natur ist vielen Menschen mittlerweile abhanden gekommen. Absolut verständlich, wenn man eher in einer Stadt lebt, oder die meiste Zeit des Lebens in einem Büro verbringt. Doch welche Kräfte in der Natur stecken und wie sie auch in uns mobilisiert werden können, ist ein Thema, das mich spätestens seit dem Thema Waldbaden sehr fasziniert. Auch ich merke immer wieder, wie viel Kraft mir ein Spaziergang im Grünen doch geben kann.

„Draußen – Zurück zur Natur und zu dir selbst“ greift genau das und noch so viel mehr auf, was es fast zu einem Standardwerk rund um das Thema Verbundenheit von einem selbst mit der Natur macht. Es regt an, das eigene Verhältnis zur Natur zu überdenken und beim Lesen kribbelte es bereits in meinen Händen, in die Natur zu gehen und alles zu testen, was im Buch geschrieben steht.

Titel: Draußen – Zurück zur Natur und zu dir selbst

Autorin: Ruth Allen

Verlag: Knesebeck

Preis: 25,00 € (Flexicover inkl. zahlreichen Fotos)

ISBN: 978-3-95728-517-1

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Ruth Allen hat einen sehr bildhaften, fast schon poetischen Schreibstil, der dieses Sachbuch zu etwas ganz Besonderem macht. Es hat mich von Anfang an gefesselt und vor allem sehr berührt. Sie erzählt erst von ihrer eigenen Geschichte, wie sie den Halt im Leben verloren hat und durch die Natur wieder zu ihrer Ausgeglichenheit und ihrer Erdung zurückgefunden hat. Zusätzlich zu den schönen Texten, kommen noch die traumhaften Bilder. Ich habe immer wieder aufs Neue beim Aufschlagen des Buches tief durchgeatmet. Die Fotos der Natur laden zum Entspannen und Träumen ein und vermitteln genau den Eindruck, den auch der Text erreichen will: Dass die Natur ein großes Wunder ist.

Das Buch thematisiert das Thema Erdung, was ich bisher nur vom Yoga kannte. Ein schönes Prinzip, denn man fühlt sich verbundener mit der Erde und standfester im Leben. Doch es geht es auch um Bewegung, um die Stille, die in der Natur eine ganz andere ist, als in der Stadt. Um das Alleinsein, das für viele Menschen in dieser schnelllebigen und belebten Welt oft eine Herausforderung darstellt. Und um die Wildheit der Natur, wie sie in Städten gar nicht mehr vorkommt. Es gibt noch zahlreiche weitere Themen, die alle interessant geschrieben sind und zum Nachdenken anregen.

Am liebsten würde ich jedem, der nicht auf dem Land wohnt und ohnehin schon viel draußen unterwegs ist, dieses Buch zum Lesen geben. Es ist ein Augenöffner, auf eine sehr sanfte und wunderschöne Art.

[Rezension] Just Cook It!

Viele haben in Zeiten von Corona das Kochen für sich neu entdeckt. Für die, aber auch für alle, die sich diesem Trend anschließen wollen, ist dieses Buch genau das Richtige!

Titel: Just Cook It!

Autorin: Molly Baz

Verlag: Knesebeck

Preis: 32,00 €

ISBN: 978-3-95728-549-2

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Die Art der Fotografien in einem Kochbuch sind ja immer eine Frage des Geschmacks – im doppelten Sinne. Zum einen können Fotos an sich einfach ansprechend sein, zum anderen eben auch den Appetit anregen. Bei „Just Cook It“ hat es für mich nur zur Hälfte geklappt. Die Fotos sind ansprechend und passen wunderbar zum Stil des Buches. Für mich waren sie aber manchmal zu überladen, um mir Lust auf die Gerichte zu machen – beziehungsweise nicht die Fotos waren überladen, aber die Teller auf den Fotos. Ein sehr buntes, durcheinander gewürfeltes Gericht auch noch auf einem bunten Teller anzurichten, hat mein Auge etwas irritiert 😉 Das ist aber nicht weiter schlimm, denn die Gerichte klingen dennoch sehr einladend.

Ich koche gerne und regelmäßig. Meist halte ich mich jedoch an bekannte Gerichte oder Zubereitungsweisen. Mit „Just Cook It“ habe ich doch noch ein paar Sachen dazugelernt, gerade was die Zubereitung von Fleisch betrifft, wo ich nicht sonderlich geübt drin bin. Doch es gibt auch zahlreiche Tipps für Gemüse-Liebhaber.

Da das Buch sehr groß und breit ist, kann man es fast als Lexikon fürs Kochen ansehen. Es gibt viel Grundwissen, die Verarbeitung ist hochwertig und es hat Potenzial für eine Kochbibel. Diese Art von Kochbuch muss für mich dann auch nicht in jedem einzelnen Gericht überzeugend sein (manche waren mir von den Zutaten her dann doch etwas zu abgefahren), sondern im Gesamtkonzept. Und da hat mich „Just Cook It“ definitiv abgeholt.

Ich würde das Buch auch eher Kochanfängern empfehlen, die grundlegend starten wollen, sich mehr in der Küche auszutoben. Für begeisterte Köche ist dieses Buch an vielen Stellen wo doch zu grundlegend und wiederholend. Aber eines steht fest: „Just Cook It“ macht Lust aufs Kochen 😊

Ich werde bestimmt noch einiges durch das Buch lernen und ausprobieren.

[Rezension] Gullivers Reisen

Eine bekannte Geschichte ganz wundervoll illustriert.

Den Inhalt kennen bestimmt viele, ich möchte ihn hier einfach zitieren und mich dann mehr auf die Besonderheiten dieses speziellen Buches fokussieren:

„Lemuel Gulliver hat schon immer davon geträumt, die Welt zu sehen. So wird er Mediziner und heuert als Arzt auf einem Schiff an. Bei seiner ersten Schiffsreise landet er nach einem Sturm als Schiffbrüchiger auf der Insel Liliput, dem Land der Zwerge, die ihn erst einmal fesseln und gefangen nehmen. Und auch seine zweite Reise endet unglücklich und führt ihn nach einem Monsun nach Brobdingnang, dem Land der Riesen. Ihn erwarten Intrigen und Zwiste, Willkür, große Gefahren und noch mehr allerhand Absurdes. Dennoch schafft er es immer wieder, zurück in seine Heimat England zu gelangen, um dort von seinen Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten.“

Titel: Gullivers Reisen

Autor: Jonathan Swift

Illustrator: Robert Ingpen

Verlag: Knesebeck Verlag

Preis: 25,00 € (Hardcover mit Schutzumschlag und farbigen Illustrationen)

ISBN: 978-3-95728-526-3

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Robert Ingpen hat diese bekannte Geschichte ganz wundervoll illustriert. Es sind die sanften Farben und Striche, die mich verzaubert haben. Die Geschichte bekommt noch weitaus mehr Tiefe. Wichtige Schlüsselmomente sind zeichnerisch dargestellt und regen dadurch auch noch die Fantasie an. Es ist nicht nur ein Buch für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die begeistert über die Zeichnungen streichen möchten. Doch insbesondere für Kinder wird dieses Buch ein großer Spaß sein, die Wellt Gullivers zu entdecken.

Das ganze Buch ist sehr hochwertig verarbeitet und liegt durch das eher breitere Format auch angenehm in den Händen. Es macht sich auch ganz toll als Geschenkbuch – oder als Sammlerstück, denn Robert Ingpen hat noch viele andere Bücher illustriert. Darunter zum Beispiel „Alice im Wunderland“, „Der Zauberer von Oz“ usw.

Wer auf der Suche nach einem schönen Geschenk oder besonderen Vorlesestunden für Kinder ist, macht mit diesem Buch alles richtig!

[Rezension] Darf ich dich jetzt behalten?

Oft planen Paare es schon weit im Voraus: Dürfen es Kinder sein, oder nicht? Wie viele? Wann passt es? Die Schwangerschaft ist, wenn gewünscht, dann ein ganz besonderes und großes Ereignis. Aber was ist, wenn es plötzlich nach einem One-Night-Stand so weit ist?

Titel: Darf ich dich jetzt behalten?

Autorin: Sophia Money-Coutts

Verlag: Penguin Verlag

Preis: 10,00 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-328-10451-3

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Lil lebt in einer WG, wurde erst verlassen und könnte eigentlich gerne abends, nachdem sie die ganzen kleinen Kinder von der Grundschule hinter sich gelassen hat, nur noch auf der Couch vor sich hinvegetieren. Doch ihre beste Freundin bringt sie dazu, sich endlich wieder ins Dating-Leben zu stürzen. Mit Erfolg. Sehr viel Erfolg … in vielerei Hinsicht. Denn sie lernt den berühmten Kletterer Max kennen, sie haben ein tolles Date und haben sogar genialen Sex. Als wäre es nicht schon genug, dass er sich danach einfach nicht mehr meldet, stellt Lil irgendwann plötzlich mit Erschrecken fest: Sie ist schwanger!! Sie beschließt, das Baby zu behalten und eine verrückte, lustige und hererwärmende Geschichte beginnt.

Es geht um Freundschaft, Familie und Zusammenhalt. Um zweite Chancen, neues Leben und neues Glück. Die Geschichte macht Spaß, da die Protagonistin eine etwas chaotische und liebe Person ist. Max kommt leider etwas wenig vor, doch als Kletterer, der mal hier, mal dort unterwegs ist, passt das wohl in die Geschichte. Es war ein netter Roman, für eine kurzweilige Unterhaltung. Doch leider war es stellenweise auch etwas platt. Also nichts Weltbewegendes, sondern eine schöne Geschichte für zwischendurch 🙂

[Rezension] Seeluft macht glücklich (Hörbuch)

Manchmal würde ich am liebsten ständig lesen. Eine gute Geschichte fesselt mich so sehr, dass ich versuche, beim Baden, beim Haare föhnen, beim Abwaschen, beim Putzen usw. weiterzulesen. Doch sind wir mal ganz ehrlich: Wirklich funktionieren kann das so nicht. Oft braucht man schlichtweg zwei Hände, um etwas Bestimmtes zu tun.

Genau deshalb weiß ich Hörbücher immer mehr zu schätzen. Sie erlauben es mir, in eine Geschichte abzutauchen – und gleichzeitig mit meiner To-Do-Liste voranzukommen. Und das Beste: Putzen macht gleich viel mehr Spaß, wenn ich in Gedanken eigentlich ganz woanders bin und nicht beim Staubsagen des Bodens.

Die Kunst bei einem Hörbuch ist jedoch, dass nicht nur die Geschichte fesselnd sein muss und der Schreibstil angenehm, sondern auch die Leserstimme und das Lesetempo sollten passen. Also: gar nicht so einfach. Umso mehr freue ich mich, dass ich das Hörbuch von Janne Mommsen (meinem Namensvetter :-D) namens „Seeluft macht glücklich“ entdeckt habe. Die Romane von Janne Mommsen mochte ich ja schon immer sehr gerne und alles, was an der Küste spielt, liebe ich sowieso. Die perfekte Kombi also für ein Hörbuch. So viel kann ich schon einmal sagen: Ich wurde nicht enttäuscht!

Titel: Seeluft macht glücklich (Hörbuch)

Autor: Janne Mommsen

Verlag: ©2018 Rowohlt Verlag GmbH (P)2019 Audible Studios

Preis: 0,00 € (kostenlos testen), oder 6,95 € (einmalige Zahlung)

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[Diese ungekürzte Hörbuch-Fassung ist exklusiv nur bei Audible erhältlich.]

Es ist eine süße Geschichte, die an zwei Orten spielt: im bunten Köln und auf der ruhigen Insel Föhr. Jasmin wird von ihrem Chef zu einer Zwangspause verdonnert, weil ihr Körper nach zu viel Arbeit einfach schlapp gemacht hat. Thore wiederum will von der Insel Föhr flüchten, um seiner Exfreundin zu entkommen, der er an gefühlt jedem Ort auf der Insel immer wieder aufs Neue begegnet.

Als Jasmin auf die Insel Föhr reist, um Abstand zu Köln zu gewinnen und dort auf die Suche nach ihrer Jugendliebe zu gehen, lernt sie Thore kennen, der ihr beim Platten ihres Fahrrads helfen soll. Auch wenn sie sich nicht wirklich kennen, haben sie einen gemeinsamen, großen Wunsch: Hauptsache weg vom eigentlichen Wohnort. Kurzerhand tauschen sie ihre Wohnungen und Jasmin bleibt länger als erhofft auf Föhr, während Thore spontan in Jasmins Wohnung in der Kölner Altstadt Nord zieht.

Beide versuchen in ihrem neuen Leben anzukommen und überlegen, wie es nun weitergehen kann. Trotz der Entfernung besteht eine Verbindung zwischen ihnen, die ein ganz besonderer Sommer bedeutet …

Fazit

Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen. Ich habe es mehrere Stunden am Stück gehört und wollte am liebsten gar nicht mehr auf Pause drücken. Die Erzählstimme von Tim Gössler ist sehr angenehm und er hat mich immer wieder mit seinem Kölner Dialekt zum Lachen gebracht, den er manchen Personen verliehen hat.

Es ist eine kurzweilige, romantische Geschichte mit einer sehr authentischen Entwicklung der Protagonisten. Gerade der Wechsel zwischen den beiden Perspektiven, hat mich Jasmin und Thore sehr ans Herz wachsen lassen. „Seeluft macht glücklich“ lässt nicht nur die für Janne Mommsen typische Sehnsucht nach der Nordsee aufkommen, sondern macht Lust, die herzlichen und lustigen Menschen in Köln kennenzulernen. Es ist zwar eher eine leichte Kost, aber genau deshalb wunderbar zum Abschalten und Genießen.


** INFO: Dieser Post ist mit Unterstützung von Audible entstanden. Die Inhalte dieses Beitrags sind dennoch meine eigene Meinung. **

[Rezension] Warten auf Eliza

Wann hast du das letzte Mal ein Buch gelesen, dass dich noch lange danach sehr bewegt? So ging es mir bei „Warten auf Eliza“. Die Freundschaft zwischen zwei so unterschiedlichen Frauen, die beide mit ihrem Schicksal hadern, hat mich von Anfang an berührt.

Titel: Warten auf Eliza

Autorin: Leaf Arbuthnot

Verlag: Diana

Preis: 17,00 € (Paperback)

ISBN: 978-3-453-36081-5

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Allein sein muss nicht schlimm sein, aber einsam sein, ist es auf jeden Fall. So ergeht es Ada, die nach dem Tod ihres geliebten Mannes allein in dem gemeinsamen Haus lebt. In jeder Ecke lauert die Erinnerung auf sie, die Erinnerung an bessere, schönere Zeiten. Sie fühlt sich einsam und erkennt sich selbst nicht mehr wieder.

Dem gegenüber ist Eliza, eine junge, bisexuelle Frau, die nach einer Trennung nicht mehr zurück in ihr voriges Leben findet. Sie müht sich mit ihrem Doktor ab, kommt jedoch nicht so recht voran.

Die beiden Frauen wohnen in der gleichen Straße – die eine in einem schönen Haus, die andere in einer absoluten Bruchbude. Und doch scheint es eine Verbindung zu geben. Sie lernen sich kennen und eine ganz einmalige und wunderschöne Freundschaft entsteht.

Der Schreibstil dieses Buches ist so flüssig, so angenehm, dass ich regelmäßig an der falschen U-Bahn-Station ausgestiegen bin 😉 Ich konnte dieses Buch einfach nicht mehr aus den Händen legen und als ich es dann doch zu Ende gelesen hatte, hatte ich das Gefühl, dass mir zwei Freundinnen genommen worden sind. Zwei wunderbare Menschen, die mich vieles gelehrt haben. Über Freundschaft, über Verbundenheit, über den Kampf für ein besseres Leben und darüber, dass Jung und Alt nicht in verschiedenen Welten leben müssen.

„Warten auf Eliza“ ist eine ganz zarte, liebevolle Geschichte mit zwei Charakteren, die man sofort ins Herz schließen muss. Ich kann sie wärmstens empfehlen!

[Rezension] Das Glück läuft, wohin es will

Wer kennt es nicht – im Rücken sticht es, der Nacken zwickt und irgendwie hat man sich viel zu lange schon nicht mehr so richtig bewegt. Gerade in Home Office Zeiten passiert das immer mehr Menschen. Viele greifen dann zu ihren Laufschuhen, weil es die einfachste Art ist, rauszukommen und zeitgleich Sport zu machen, ganz ohne Gruppen oder Kurse, die durch bestimmte Auflagen wieder ausfallen könnten.

Titel: Das Glück läuft, wohin es will

Autorin: Elle Spellman

Verlag: Heyne

Preis: 10,99 € (Taschenbuch, Klappenbroschur)

ISBN: 978-3-453-42545-3

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Auch ich war mal joggen, allerdings noch vor der Pandemie. Ich hatte große Freude daran, ich habe es geliebt – und ich habe es gehasst, mich gequält. Es gibt zwei Seiten und am Ende konnte die zweite für mich überwiegen. Doch nach diesem Buch muss ich das alles gründlich überdenken.

In „Das Glück läuft wohin es will“ geht es um drei Frauen, die durch einen Zufall zueinander finden. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Vom Alter her, von der Kondition, von den Lebensumständen. Und dennoch gibt es eine Sache, die alle verbindet: Das Laufen – oder zumindest der Wunsch danach zu laufen. Während Hannah von ihrem Mann nach Jahrzehnten Ehe verlassen wurde und mit sich hadert, kämpft Cassie mit den Erwartungen anderer Kinder zu bekommen. Und die dritte im Bunde, Malika, schafft es nicht, den Tod ihrer sehr guten Freundin zu verarbeiten. Hannah und Malika melden sich einem Impuls folgend (oder auch den verrückten Gedanken nach zu viel Wein folgend … ) bei einem Marathon an, ohne auch nur einmal Joggen gewesen zu sein. Sie müssen an ihre Grenzen gehen, trainieren, an sich glauben – und Cassie hilft ihnen dabei.

Es ist eine Geschichte über die Liebe zum Joggen, zum Sport, aber vor allem über eine tiefe Freundschaft, die auch schwierige Situationen übersteht. De Autorin hat es geschafft, das Buch in einem lockeren, heiteren Schreibstil zu schreiben, ohne dass dabei die Ernsthaftigkeit verloren geht. Immer wieder musste ich lachen, immer wieder habe ich gestaunt, wie mutig diese Frauen doch sind.

„Das Glück läuft, wohin es will“ ist ein motivierendes Buch für alle, die laufen möchten, oder es bereits tun. UND für alle, die damit eigentlich gar nichts am Hut haben, aber ganz generell über große Träume und den dafür nötigen Mut lesen wollen.

[Rezension] Adults

Wenn das Leben anders läuft als geplant, kann schnell mal eine Lebenskrise auf den Plan treten. So passiert es Jenny aus „Adults“.

Titel: Adults

Autorin: Emma Jane Unsworth

Verlag: eichborn

Preis: 22,00 € (Hardcover)

ISBN: 978-3-8479-0069-6

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Die Grundidee der Geschichte gefällt mir sehr gut und hat mich so gereizt, dass ich „Adults“ unbedingt lesen wollte. Es geht um eine Mitt-Dreißigerin, die in einer Lebenskrise steckt. Das Thema Social Media ist omnipräsent und ich hatte mich sehr auf eine kritische Darstellung gefreut. Auch die Beschreibung, dass Jennys Mutter, eine Dramaqueen, bei ihr einzieht, hörte sich nach einem witzigen Chaos an. Die Rezensionen und Meinungen, die auf das Buch gedruckt wurden, klangen ebenfalls ganz begeistert. Es tauchen Worte wie „schwungvoll, smart“ und „brillant“ auf.

Leider kann ich diese Meinung nicht teilen. Wichtig: Es handelt sich um meine ehrliche Meinung, die sich natürlich von anderen unterscheiden kann. Manche mögen vielleicht genau das, was mich stört. Andere merken es nicht einmal. Aber da hat jeder seinen persönlichen Geschmack.

Nach einem Drittel habe ich mich schon gequält, nach der Hälfte habe ich das Buch abgebrochen. Für mich war es sehr unangenehm dieses Buch zu lesen. Der Schreibstil ist betont lässig, cool und smart – und wird ziemlich schnell zu viel und anstrengend. Dadurch dass Jennys Gedanken fast schon wie in einem Bewusstseinsstrom aufgeschrieben wurden, lässt sich der Text nicht flüssig lesen. Auch die Zeitsprünge sind teils etwas unübersichtlich und passieren zu oft.

Anfangs gab es noch Situationen, die ich ganz witzig fand. Allerdings wusste ich da noch nicht, dass es ständig so übertrieben weitergeht. Alles ist überspitzt und gewollt komisch formuliert, da hört mein Humor einfach irgendwann auf.

Alles in allem kann ich dieses Buch leider nicht empfehlen. Die Geschichte kann bestimmt interessant und wertvoll werden, doch für mich kann eine Geschichte noch so toll sein – wenn der Schreibstil nicht angenehm ist, mich anstrengt und mich fast schon nervt, dann ist das leider nicht mein Buch.

[Rezension] Der Zopf

Nachdem ich mit stiller, aber großer Begeisterung „Das Haus der Frauen“ gelesen hatte, wollte ich unbedingt auch das Debüt der Autorin Laetitia Colombani lesen, das den Namen „Der Zopf“ trägt. Laetitia Colombani scheint eine Vorliebe für starke Frauen zu haben, das hat sie in ihrem zweiten Roman bewiesen, bei dem es ebenfalls um die Schicksale verschiedener Frauen geht. Aber zurück zum Debüt: Auch wenn sich über das knallige Türkis streiten lässt, so gefällt mir das Cover wirklich sehr gut. Die vergoldeten Ecken und Blumen lassen es besonders wirken. Und das ist dieses Buch in der Tat.

Titel: Der Zopf

Autorin: Laetitia Colombani

Verlag: S. Fischer Verlage

Preis: 11,00 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-596-52266-8

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Da es sich um einen SPIEGEL-Bestseller-Roman handelt, wurde er schon zur Genüge besprochen. Aber vielleicht ist jemanden dieser Titel ja dennoch entfallen, immerhin erschien er bereits 2019. Also habe ich mich dazu entschlossen, ihn dennoch hier auf LYREBIRD zu rezensieren.

In „Der Zopf“ werden drei Geschichten wie ein Zopf miteinander verflochten. Es geht um drei Frauen, die auf drei Kontinenten ganz unterschiedliche Leben führen. Smita ist eine „Unberührbare“ aus Indien, die von der Gesellschaft verstoßen und verächtet wird. Giulia kämpft in Sizilien um den Erhalt der Perückenfabrik ihres Vaters. Anwältin Sarah aus Montreal erfährt kurz vor dem Höhepunkt ihrer hart erkämpften Karriere von ihrer Krebserkrankung.

Auf den ersten Blick scheinen diese drei Geschichten nichts miteinander zu tun zu haben. Dies ist auch fast das gesamte Buch über der Fall. Doch erst gegen Ende lässt sich erkennen, was die Lebenswege dieser drei besonderen Frauen zueinander führt.

Im Buch wird immer wieder zwischen den Geschichten der Frauen gewechselt, aber ohne dass dabei Chaos entsteht. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es ein sehr unaufregender Roman ist, sehr ruhig von der Sprache her, aber mit sehr kraftvollen Worten und einem umso kraftvollerem Ende. Es hat mich sehr ergriffen das Leid der Frauen kennenzulernen. So unterschiedlich sie auch sind: jede hat mit etwas anderem zu kämpfen und jede ist für sich unglaublich stark. Ich denke auch, dass dies diesen Roman zu einem Bestseller hat werden lassen. „Der Zopf“ ruft zu innerer Stärke auf und ist eine Erinnerung daran, wie viel in uns steckt, wenn wir nur fest daran glauben.

[Rezension] Das Leuchten der Inselblumen

Eine kleine Anekdote aus dem Leben einer Vielleserin: Ich schlage das Buch „Das Leuchten der Inselblumen“ mit Vorfreude auf und erwarte eine schöne Nordsee-Geschichte, die mich zumindest im Kopf reisen lässt. Ich beginne also zu lesen von Anna auf ihrer Nordsee-Insel, von ihrem Blumenladen und von Roos, die leider verstorben ist. Dann kam ich ins Stutzen. Moment, irgendwie kommt mir das bekannt vor. Spätestens als dann ihr Dackel auch noch auftaucht, war mir klar: Darüber habe ich schon einmal gelesen!

Ein Blick hinten ins Buch bestätigt meinen Verdacht: Es gibt tatsächlich einen ersten Teil und zwar „Der Sommer der Inselblumen“! Aber alle, die an dieser Stelle schon aufhören wollen, die Rezensionen zu lesen, möchte ich beruhigen: „Das Leuchten der Inselblumen“ schließt zwar an Teil 1 an, lässt sich aber auch gut lesen, ohne dass man den ersten Teil kennt. Es wird gekonnt in die Geschichte eingeflochten, was bereits passiert ist, wer wer ist und wie das vorige Buch geendet hat.

Weil der erste Band aber auch so schön war, empfehle ich trotzdem ihn zu lesen 😉

Titel: Das Leuchten der Inselblumen

Autorin: Mina Gold

Verlag: Penguin (klick)

Preis: 10,00€ (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-328-10471-1

Jedenfalls geht es, wie bereits erwähnt, um Anna, die auf der Nordseeinsel Texel ein neues Zuhause gefunden hat. Sie ist mittlerweile mit Ole zusammen, einem Tierarzt, der leidenschaftlich gerne surft. Perfekt wird das Trio durch Annas Dackel, der etwas zu viel auf den Hüften hat.

Anna kämpft aktuell mit ihrem Blumencafé. Seit ihre gute, alte Freundin Roos gestorben ist und der wunderbare Kuchen fehlt, läuft das Geschäft nicht mehr rund. Hinzu kommt die Gerüchteküche, was Anna mit Roos‘ Tod zu tun hat. Doch dann erfährt sie von einer unerwarteten Erbschaft und schöpft neue Hoffnung. Soll das Café vielleicht doch wieder an Fahrt aufnehmen?

Es ist eine wirklich süße, spannende, rührende, lustige Geschichte. Ich habe sie verschlungen, alle Personen ins Herz geschlossen und mitgefiebert. Denn es passiert einiges in diesem Buch! Umso schockierter war ich dann, als das Buch – für mich plötzlich – endete. Dass der nächste Teil erst 2023 erscheint ist ganz frustrierend. Wahrscheinlich habe ich bis dahin wieder vergessen, dass ich die ersten beiden gelesen habe 😉

Jedenfalls ist der Schreibsteil einfach angenehm. Ich konnte vollkommen in der Geschichte versinken, die Sprache war bildhaft, ohne dass sie zu überladen wirkte. Die Personen sind alle wirklich vielschichtig und nicht nur oberflächlich dargestellt. Auch darf man einiges über Menschen und ihre Beweggründe lernen, finde ich. Ganz besonders schön ist jedoch die Liebe zwischen Anna und Ole, die vielen Proben standhalten muss.

Ich kann dieses Buch also wirklich nur wärmstens empfehlen. Es ist gerade jetzt, zu Pandemie-Zeiten, der perfekte Ausflug ans Meer mit viel Herz und freundschaftlicher Wärme.