[Rezension] Gullivers Reisen

Eine bekannte Geschichte ganz wundervoll illustriert.

Den Inhalt kennen bestimmt viele, ich möchte ihn hier einfach zitieren und mich dann mehr auf die Besonderheiten dieses speziellen Buches fokussieren:

„Lemuel Gulliver hat schon immer davon geträumt, die Welt zu sehen. So wird er Mediziner und heuert als Arzt auf einem Schiff an. Bei seiner ersten Schiffsreise landet er nach einem Sturm als Schiffbrüchiger auf der Insel Liliput, dem Land der Zwerge, die ihn erst einmal fesseln und gefangen nehmen. Und auch seine zweite Reise endet unglücklich und führt ihn nach einem Monsun nach Brobdingnang, dem Land der Riesen. Ihn erwarten Intrigen und Zwiste, Willkür, große Gefahren und noch mehr allerhand Absurdes. Dennoch schafft er es immer wieder, zurück in seine Heimat England zu gelangen, um dort von seinen Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten.“

Titel: Gullivers Reisen

Autor: Jonathan Swift

Illustrator: Robert Ingpen

Verlag: Knesebeck Verlag

Preis: 25,00 € (Hardcover mit Schutzumschlag und farbigen Illustrationen)

ISBN: 978-3-95728-526-3

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Robert Ingpen hat diese bekannte Geschichte ganz wundervoll illustriert. Es sind die sanften Farben und Striche, die mich verzaubert haben. Die Geschichte bekommt noch weitaus mehr Tiefe. Wichtige Schlüsselmomente sind zeichnerisch dargestellt und regen dadurch auch noch die Fantasie an. Es ist nicht nur ein Buch für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die begeistert über die Zeichnungen streichen möchten. Doch insbesondere für Kinder wird dieses Buch ein großer Spaß sein, die Wellt Gullivers zu entdecken.

Das ganze Buch ist sehr hochwertig verarbeitet und liegt durch das eher breitere Format auch angenehm in den Händen. Es macht sich auch ganz toll als Geschenkbuch – oder als Sammlerstück, denn Robert Ingpen hat noch viele andere Bücher illustriert. Darunter zum Beispiel „Alice im Wunderland“, „Der Zauberer von Oz“ usw.

Wer auf der Suche nach einem schönen Geschenk oder besonderen Vorlesestunden für Kinder ist, macht mit diesem Buch alles richtig!

[Rezension] Söhne des Glücks

Sehr umfangreiche Bücher können anfangs äußerst abschreckend wirken. Es stellt sich schnell die Frage: Kann das Buch wirklich durchgehend gut sein, auch wenn es über 600, 700 Seiten umfasst? Gewiss gibt es Bücher, die diese Erwartung nicht einhalten können. Doch heute stelle ich euch ein Buch vor, dass meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat.

Der Autor Jeffrey Archer hat mittlerweile schon etliche Bücher veröffentlicht, eines umfangreicher als das andere. Und dennoch hatte ich bisher noch keines von ihm gelesen. Nun weiß ich: Das war ein großer Fehler!

Titel: Söhne des Glücks

Autor: Jeffrey Archer

Verlag: Heyne (klick)

Preis: 10,99 € (Taschenbuch), 704 Seiten

ISBN: 978-3-453-42505-7

Der Roman „Söhne des Glücks“ hat mich in seinen Bann gezogen – von der ersten bis zur letzten Seite. Es geht um Nat und Fletcher, Zwillinge, die bei der Geburt getrennt wurden. Wir Leser*innen wissen von Anfang an von diesem Geheimnis und erfahren auch, wie es dazu kommen konnte. Ein spannender Start in das Buch, weil die ganze Zeit die Frage im Raum stand: „Wann werden es die beiden herausfinden?“

Die Geschichte ist fesselnd, rasant, herzerwärmend und manchmal auch schockierend. Ich konnte das Buch wirklich nicht mehr aus meinen Händen legen. Es wird erzählt, wie Nat und Fletcher aufwachsen, wie sie glänzende Leistungen in Schule und Universität erbringen und wie sie ihre große Liebe finden. Doch ganz besonders im Fokus stehen die politischen Aktivitäten der beiden. Obwohl ich selbst nicht politisch aktiv bin, so hat es mich fasziniert, wie umfangreich Wahlkämpfe doch sein können und ich habe mich ertappt, wie ich mitgefiebert habe. Doch das ist bei weitem nicht alles. Im Leben der beiden gibt es viele Wendungen, und auch schicksalshafte Erlebnisse. Diese werden eindrücklich und vor allem spannend beschrieben. Jeffrey Archer schafft es einfach immer wieder aufs Neue, die Leser*innen atemlos zurückzulassen, sodass es gar nicht anders geht, als das nächste Kapitel zu beginnen.

Es spielen Rechtsstreits eine Rolle, denen mehrere Kapitel gewidmet werden und die so faszinierend sind, dass der Beruf Rechtsanwalt einiges an Reputation gewinnt. Ich war schon immer fasziniert von bewegenden Plädoyers und gekonnten Befragungen der Zeugen. In „Söhne des Glücks“ wird man Teil davon und wartet bis zur letzten Sekunde, bis sich die Taktik des Anwalts auflöst.

Die Justiz und die Politik klingen nach sehr trockenden Themen. Dieses Buch lässt beide lebendig werden und in neuem Glanz erstrahlen. Noch nie war ich so gefesselt von beidem. Gleichzeitig wird das Familienleben und die Liebe dargestellt, ohne dass diese Themen kitischig werden und Überhand nehmen.

Ganz besonders an diesem Buch ist jedoch der ständige Wechsel der Perspektiven. Erst musste ich mich daran gewöhnen, doch wenn man aufmerksam liest, dann wird schnell ersichtlich, welcher Freund zu wem gehört und von wem gerade die Rede ist. Diese Wechsel haben das Buch sehr interessant werden lassen, da die jeweiligen Abschnitte fast immer spannend geendet haben, man dann erst wieder zum anderen der beiden wechselt, nur um dann erneut eine spannende Geschichte zu erfahren.

Stück für Stück werden die beiden Leben von Nat und Fletcher und ihre jeweiligen Geschichten näher zusammengeflochten. Sie nähern sich immer weiter an und die große Frage ist stets: Wann lernen sie sich endlich kennen?

Diese ausführlich Rezension spricht wahrscheinlich schon für sich, aber noch einmal kurz: Ich bin absolut fasziniert und begeistertet gewesen von „Söhne des Glücks“ und werde noch zahlreiche andere Bücher von Jeffrey Archer lesen. Jede*r, der/die Lust hat auf eine umfassende, fesselnde, atemlose Lebensgeschichte einer interessanten Persönlichkeit, wird hier gleich zweifach beglückt. Ich kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen!

[Rezension] Der Buchspazierer

Jedes Mal, wenn ich ein Buch in meine Hände nehme, fühlt es sich so an, als würde mein Herz freudig einen kleinen Hüpfer machen. Meine Liebe zu Büchern ist groß und wahrscheinlich liebe ich deshalb auch Bücher über Bücher an sich. Über das Lesen, über Buchhandlungen und über die Menschen dahinter. Mit „Der Buchspazierer“ habe ich wieder einmal ein solches Buch entdeckt.

Titel: Der Buchspazierer

Autor: Carsten Henn

Verlag: Pendo (klick)

Preis: 14,00 € (Hardcover)

ISBN: 978-3-86612-477-6

Irgendwie hat mich der Schreibstil ein wenig an meinen absoluten Lieblingsautor erinnert: Nicolas Barreau. Vielleicht ist es aber auch einfach nur der Stil der Geschichte. Sie ist nicht aufbrausend, chaotisch, sondern geht ins Herz. Es geht um Carl Kollhoff, einem alten Mann, der jeden Tag aufs Neue bei einem Spaziergang Bücher verteilt. Früher hat er noch in der Buchhandlung mitgearbeitet, doch seitdem die Tochter des Inhabers die Leitung übernommen hat, wird er nur noch hinter der Bühne tätig. Jeden Abend geht es zur Buchhandlung, holt die bestellten Bücher ab und verteilt sie in der Stadt. Die Menschen, die ihre Bücher von ihm erhalten, sind für ihn mittlerweile fast zu Freunden geworden und er benennt im Kopf jeden davon nach einer Romanfigurt. Dann taucht ein altkluges neunjähriges Mädchen auf, das seine Welt auf den Kopf stellt und an Carls bisherigen Routinen und Überzeugungen rüttelt.

Dieser Roman geht einfach direkt ins Herz. Carl ist mir von Anfang an nahe gegangen, mit seiner ruhigen Art und seinem Talent für jeden das richtige Buch zu finden. Und auch die kleine Schascha ist herrlich erfrischend, mit ihrer für ihr Alter sehr klugen Sichtweise auf das Leben und die Welt. Dieses Buch wirkte auf mich fast schon senitmental und melancholisch, um mich dann doch noch mit einem glücklichen Lächeln zurückzulassen. Man merkt auf jeder Seite des Buches die Liebe zum Lesen und die Romane, die dort immer wieder aufgegriffen werden, um als Grundlage für Spitznamen zu dienen, sollte man sich am besten gleich auf eine Liste schreiben und allesamt lesen. „Der Buchspazierer“ ist sehr kurzweilig, aber einfach schön und zeigt, dass Lesen verbindet und glücklich macht.

[Rezension] So schweige denn still

Thriller und ich – das war noch nie eine gute Kombination. Bei fast jedem anderen Genre kann ich bedenkenlos mitfiebern. Dabei habe ich keinerlei Probleme mit Weinen, Lachen oder kleineren Wutausbrüchen. Ja, ich lebe ein Buch. Tja, und dann ist da dieser Thriller. Ich bekomme Gänsehaut und lese atemlos die Geschichte – doch schlafen kann ich dann nicht mehr. Das macht natürlich den Spaß am Buch für mich schnell kaputt. Die Gestalten aus dem Thriller verfolgen mich sehr lange.

Genug von mir – kommen wir zu einer positiven Nachricht: Dieser Thriller ist irgendwie anders und genau deshalb auch so verdammt gut. „So schweige denn still“ ist der perfekte Nervenkitzel für alle, die Ähnliches erleiden wie ich und dennoch das Genre Thriller nicht auslassen wollen.

Titel: So schweige denn still

Autorin: Mary Higgins Clark

Verlag: HEYNE (klick)

Preis: 20,00 € (Hardcover)

ISBN: 978-3-453-27270-5

Es geht um die Investigativjournalistin Gina Kane, die auf eine neue Spur trifft. Sie erhält eine Mail von einer jungen Frau, die in ihrer Zeit bei einem großen Nachrichtensender „Schlimmes erlebt“ haben soll. Kane kommt jedoch nicht dazu, sich mit der Frau näher zu unterhalten, denn plötzlich verstirbt diese. Angeblich handelt es sich um einen Unfall, doch Kanes Antennen sagen etwas ganz anderes. Sie wittert eine Geschichte, eine große Geschichte und möchte unbedingt aufdecken, was passiert sein könnte. Dabei begibt sie sich jedoch in unmittelbare Gefahr, denn sie ist nicht so unsichtbar wie sie denkt…

Bei diesem Thriller liegt der Fokus auf Kanes Erleben, doch die kleinen Schwenker zu anderen Personen untefüttern die Geschichte, sodass sie noch spannender wird. Der Schreibstil ist fesselnd und keine Szene scheint überflüssig zu sein, auch wenn dieser Thriller doch ein paar hundert Seiten umfasst. Der Plot ist so fein ausgearbeitet und lässt dennoch Platz für Überraschungen. Ich habe schnell ahnen können, was passiert – zum Teil ist das auch so eingetreten, doch es gab doch noch die ein oder andere unerwartete Wendung.

Das für mich Beste war jedoch: es war spannend, fesselnd – aber nicht so gruselig, dass ich nicht mehr schlafen konnte. Die Geschichte ist so spezifisch, dass sich mein Kopf wohl gedacht hat: Das kann dir aktuell so wirklich nicht passieren. Nicht irgendeine Person, die ein Freund war und plötzlich zum Feind wird, keine gruseligen Menschen, die einen beobachten. Es geht um einen schrecklichen Fall in einer Firma, bzw. mehrere Fälle, die Konsequenzen nach sich ziehen und alles aus dem Ruder läuft.

Für mich war „So schweige denn still“ die perfekte Mischung aus Spannung und „Ruhe“ (wenn ich das jetzt einfach mal so nennen darf). Große Thriller-Fans könnte allerdings der Gruselfaktor fehlen, wie er in vielen anderen Thrillern noch deutlicher zu finden ist. Im Großen und Ganzen ist und bleibt „So schweige denn still“ jedoch ein tolles Buch, das ich sehr empfehlen kann.

[Rezension] Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben (Band 2)

Genug Weihnachtsromane auf LYREBIRD, es geht endlich weiter mit „Das Weingut“! Die Rezension vom ersten Teil erschien noch im November, also wird es wohl langsam Zeit für Band zwei 🙂

Wer noch nicht die Rezension vom ersten Band der Weingut-Trilogie gelesen hat, hier entlang: klick

Titel: Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben

Autorin: Marie Lacrosse

Verlag: Goldmann (klick)

Preis: 13,00€ (Paperback)

ISBN: 978-3-442-20555-4

Ich kann nur erneut betonen, wie glücklich es mich macht, dass die Geschichte noch weitergeht. Es musste einfach so sein, denn ist im ersten Band so viel passiert und das Glück war noch so weit entfernt – eine Fortsetzung soll endlich Klarheit bringen und ein Happy End! Über das Ende spreche ich nicht, das würde die Spannung wegnehmen. Aber ich möchte die Geschichte kurz anreißen.

Irene ist vom Sitz in Altenstadt geflohen. Herr Gerban, Franz‘ Vater, hat sie festgehalten und ihr gebeichtet, dass sie seine Tochter ist – und Franz somit ihr Halbbruder! Irene ist am Rande der Verzweiflung, lässt sich fast auf das Drängen ein, ihr Kind abzutreiben. Doch dann flieht sie doch und beginnt in einem kleinen Ort fern von Altenstadt und Schweighofen ein neues Leben. Es ist hart, sehr hart. Die Arbeit in der Fabrik verlangt ihr einiges ab und es wird immer schwieriger, sie und ihren kleinen Sohn zu ernähren. Dort lernt sie auch Josef Hartmann kennen, ein Kämpfer für die Rechte der Arbeiter. Sie schließt sich ihm an und lässt Nähe zu. Doch wird sie ihn so lieben können, wie sie Franz liebt? Schafft sie es, ihren Sohn Fränzel zu ernähren und wirklich alles Alte hinter sich zu lassen?

Die Geschichte ist erneut spannend von Seite eins an. Besonders gut gefallen hat mir, dass zum Einstieg kurz wiederholt wird, was bisher geschah. Nicht als reine Erzählung, sondern bereits in die weitere Geschichte eingeflochten. Wer die Bände direkt nacheinander liest, hat natürlich keine Probleme, sich an alles zu erinnern. Aber wer ein Buch Pause einlegt, ist bestimmt froh um diese Zusammenfassung.

Dann ging es turbulent zu. Das Porträt der Zeit der Arbeiter in den Fabriken ist schockierend und steht dem Zeitporträt im Band 1 in nichts nach. Nun, am Ende des Buches, muss ich feststellen, dass ich wohl durch das Buch mehr über Geschichte gelernt habe, als je im Geschichtsunterricht in der Schule 😉 Irene wird für mich noch greifbarer, noch sympathischer. Ihr Kämpfergeist und ihr Gerechtigkeitssinn ist glaubwürdig und inspirierend. Auch Franz‘ Probleme mit seiner Familie, seine Pläne neuanzufangen, waren spannend zu lesen. Hervorzuheben ist in diesem Band außerdem, dass die Weinherstellung mehr beschrieben wurde, was für mich besonders interessant gewesen ist. So spielt die Geschichte nicht nur zufällig bei einer Familie mit einem Weingut, sondern als Leser taucht man auch in die Weinlese, in die Verarbeitung und in die geschäftlichen Belange eines Weingutes ein.

Als ich die letzte Seite gelesen habe, wollte ich wieder einmal nicht wahrhaben, dass dieses Buch schon wieder zu Ende sein soll. Und das nach über 600 Seiten! Zum Glück gibt es noch einen dritten Teil.. 😉 Den werde ich direkt lesen.

„Das Weingut“ ist also auch im zweiten Band sehr zu empfehlen.

[Rezension] Kreativität. Wie sie uns mutiger, glücklicher und stärker macht

Wer will schon nicht etwas tun, das Spaß macht und gleichzeitig entspannt? Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten, um dies zu erreichen. Für manche ist das Lesen. Für andere der Sport. Für wieder andere das Haustier. Doch es gibt noch eine weitere Option: Kreativität. Melanie Raabe, ihres Zeichens selbst Kreative (Autorin von Thrillern), plädiert für mehr Kreativität im Leben und schreibt in ihrem Ratgeber darüber, warum es so schön ist.

Titel: Kreativität. Wie sie uns mutiger, glücklicher und stärker macht.

Autorin: Melanie Raabe

Verlag: btb (klick)

Preis: 20,00 € (Hardcover)

ISBN: 978-3-442-75892-0

erschienen am 02. November 2020

Ich persönlich liebe es kreativ zu sein. Mich hat es schon immer zur Fotografie, zum Malen, zum Gestalten und Erschaffen hingezogen. Ganz besonders angetan hat mir aber das Schreiben. Seit ich denken kann, habe ich Tagebücher geschrieben, Geschichten, oder irgendwann dann für eine Tageszeitung und schließlich hier für meinen Blog. Das geschriebene Wort ist für mich einfach faszinierend. Das Schreiben hilft mir, meine Gedanken zu sortieren und ich kann damit ganze Welten erschaffen.

Doch auch mir fehlt es manchmal einfach an… Ja, an was? Erst durch Melanie Raabe habe ich gelernt, dass es meine Inspiration, oder aber auch schlichtweg eine fehlende Routine sein kann, weshalb ich nicht in die Tasten haue. Dieses Buch hilft aber nicht nur denjenigen, die bereits kreativ unterwegs sind. Es ist viel mehr so motivierend und inspirierend, dass wohl jeder danach unbedingt etwas Kreatives machen möchte. Ich sage hier bewusst „etwas Kreatives“ – denn Kreativität ist nicht nur Malen, oder Schreiben. Es ist noch so viel mehr. Selbst in alltäglichen Dingen können wir kreativ sein. Dies zu lernen, hat mir sehr gut gefallen, da ich nun versuche, auch in meinen Alltag ein Fünkchen mehr Kreativität einzubauen.

Melanie Raabe gibt Tipps für die Umsetzung von kreativen Projekten und erklärt, was Kreativitätshemmer sein können. Dabei lässt sie gekonnt ihre eigene Geschichte einfließen, was mir als weitere Inspirationsquelle sehr gut gefallen hat. Dennoch driftet das Buch nicht in eine Autobiographie ab, sondern bleibt sachlich und hilfreich. Sehr angenehm! Das Sahnehäubchen: Die schöne Gestaltung an sich macht schon mehr Lust auf Kreativität. Da hat jemand mitgedacht – nur Text wäre diesem fablehaften Ratgeber einfach nicht gerecht geworden.

Besonders gut gefallen hat mir, dass es keine „perfekte Anleitung zum Kreativsein“ gibt. In diesem Buch werden Ratschläge gegeben, mehrere an der Zahl, aus denen man sich etwas heraussuchen kann, was zu dem eigenen Projekt passt. Es ist realistisch, dass es nicht eine Lösung gibt, sondern verschiedene Wege zum Ziel führen. Alles in allem wirkte dieses Buch nicht aufgesetzt im Sinne „ich hab ein Buch geschrieben und bin jetzt kreativ“ – ganz im Gegenteil. Melanie Raabe scheint sich wirklich aktiv mit diesem Thema auseinandergesetzt zu haben und zu wissen, wovon sie schreibt.

Mir hat es jedenfalls immer in den Fingern gekribbelt, kaum habe ich ein Kapitel des Buches gelesen. Ich wollte ins Tun kommen, etwas Erschaffen! Ich wollte kreativ sein! Ich kann es jedem herzlichst empfehlen – ganz gleich, ob du schon kreativ bist, oder es noch werden möchtest.

[Rezension] Winterwunderzeit

Laurel möchte unbedingt mit ihrem Mann Zach ein Kind. Sie wünschen es sich so sehr, doch bisher wurden sie nur enttäuscht. Keine künstliche Befruchtung hat funktioniert und selbst ihr Pflegekind mussten sie nach kurzer Zeit wieder abgeben, als die Eltern ihren Anspruch doch noch geltend gemacht haben. Es scheint vorbei zu sein. Vorbei mit dem Wunsch nach einer glücklichen kleinen Familie mit Kindern. Laurel gibt auf, weil sie das Leid, das sie bisher erleiden musste, nicht mehr ertragen kann.

Und dann ist da ja auch noch ihre geliebte Großmutter, die langsam aber sicher dement wird. Sie will unbedingt bei ihr sein, doch ihr und Zachs Jobs lassen das nicht zu. Also engagieren sie eine Pflegekraft. Mrs Miracle ist wie ein Geschenk vom Himmel, denken sich Zach und Laurel. Was sie nicht wissen: sie ist es tatsächlich…

Titel: Winterwunderzeit

Autorin: Debbie Macomber

Verlag: blanvalet (klick)

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-7341-0934-8

Die Geschichte ist kurzweilig – ich habe sie an einem Nachmittag durchgelesen. Doch genau das ist leider auch für mich ein kleiner Haken. Es fehlt die Vielschichtigkeit des Buches. Die Geschichte ist geradlinig und so vorhersehbar, dass sogar ich mir manchmal dachte „war ja klar“. Und das, obwohl ich oft eine gewisse Vorhersehbarkeit gerne mag. Der Schreibstil ist jedoch sehr flüssig und ich habe das Buch gerne gelesen. Ein Manko gibt es für mich persönlich, das ich hier bewusst vorsichtig ansprechen möchte. Ich bin selber konfessionslos und glaube nicht an Gott. Ich möchte keine Diskussionen über den Glauben an dieser Stelle, darum geht es nicht. Es geht nur um meine persönliche Meinung zum Buch und meine Einschätzung, die vielleicht auch anderen bei einer Kaufentscheidung helfen kann.

Dieses Buch ist regelrecht eine Hommage an den Glauben, Gott und Engel. Da konnte es mich leider überhaupt nicht abholen. Im Klappentext wird das gar nicht deutlich. Hätte ich das gewusst, hätte ich mich wohl gar nicht für dieses Buch entschieden. Die ganze Engel-Thematik war für mich einfach zu viel des Guten. Aber (!!): Für manche mag so eine Geschichte genau richtig sein für die Weihnachtszeit. Deshalb möchte ich nicht pauschal von dem Buch abraten, sondern jedem offen lassen, ob die Geschichte passt 😊

[Rezension] Der Zauber der Schneeflocken

Weihnachten ist nicht für jeden ein schönes Fest. Bei manchen sind es Familienstreitigkeiten, bei anderen die Einsamkeit. Doch für Leni in „Der Zauber der Schneeflocken“ ist es eine besonders schlimme Zeit des Jahres, die sie an ihren großen Verlust erinnert. Zwei Jahre ist es her, dass sie ihren geliebten Ehemann Tom verloren hat – ausgerechnet am Heilig Abend. Die früher von Weihnachten begeisterte Leni, will sich nur noch verkriechen und denkt jeden Tag verzweifelt und voller Trauer an ihren verstorbenen Mann. Doch dann ergreifen Marie, Lenis Zwillingsschwester, und Emma, Lenis und Maries gute Freundin, die Initiative und schenken Leni einen Adventskalender, der ihr die Freuden zur Weihnachtszeit wieder vor Augen führt.

Titel: Der Zauber der Schneeflocken

Autorin: Holly Baker

Verlag: PIPER (klick)

Preis: 10,00 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-492-30338-5

Um meine Leseerfahrung kurz zusammenzufassen: Weinen. Ich habe bereits nach den ersten Seiten geweint, war immer wieder im Verlauf der Geschichte zu Tränen gerührt und selbstverständlich konnte ich auch gegen Ende die letzten Seiten nicht lesen, ohne ein paar Tränen zu vergießen. Das hört sich erst einmal schrecklich an. Wer will schon bei einem Weihnachtsroman traurig sein? Aber es ist keine Traurigkeit, sondern Rührung, die meinen Wasserhaushalt ordentlich durcheinandergebracht hat.

Die Geschichte von Leni und Tom hat mich sehr berührt. Das Leid und die Trauer, die Leni durchlebt, seitdem ihr geliebter Mann viel zu jung gestorben ist, ist zum Greifen nah. Und dennoch hat mich dieser Roman nicht heruntergezogen und deprimiert, sondern eher im Gegenteil. Marie und Emma sind herzensgute Menschen, die mit einem Adventskalender versuchen, Leni zurück ins Leben zu holen. Die Ideen sind originell und doch so einfach – an sich eine sehr schöne Idee zum Verschenken für Dezember nächstes Jahr. Die einzelnen Aufgaben sind sogar am Ende des Buches zusammen aufgeführt. Das habe ich natürlich erst entdeckt, als ich mühselig das gesamte Buch durchgeblättert und mir jede Aufgabe so herausgeschrieben habe 😀

Für mich war eine besondere Erfahrung, in der Haut von Leni zu stecken und zu erfahren, wie schwer ein viel zu früher Verlust des Ehepartners sein kann. Die Geschichte lebt davon, dass man sich mit Leni freut, wenn sie das Leben neu für sich entdeckt. Und dass man mit Leni verzweifelt, wenn ihr Kopf sie mit Schuldgefühlen plagt. Darf man wieder normal leben? Wie lang ist eine „normale“ Trauerzeit? Und wann ist der richtige Moment, um sich nach einem Verlust eines geliebten Menschen neu zu verlieben? Nur das Herz weiß darauf eine Antwort. Und das Herz spielt in Holly Bakers Roman „Der Zauber der Schneeflocken“ eine ganz große Rolle.

Ein tiefgehender, emotionsreicher Roman, dem ich jeden ans Herz legen kann – ein paar Tränen (oder auch ein paar mehr, wie bei mir) der Rührseligkeit inklusive.

[Rezension] Leise rieselt das Glück

Ein gemütlicher Sonntagnachmittag steht an, draußen ist es kalt und ungemütlich. Drinnen läuft bereits Weihnachtsmusik im Hintergrund und vielleicht steht ja sogar ein Glühwein warm. Genau dann wird es Zeit für ein kurzweiligen Roman, wie „Leise rieselt das Glück“ von Debbie Macomber.

Titel: Leise rieselt das Glück

Autorin: Debbie Macomber

Verlag: blanvalet (klick)

Preis: 8,99€ (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-7341-0652-1

Merry arbeitet viel und kümmert sich danach um ihre Mutter und ihren Bruder, die beide Pflege und Aufmerksamkeit brauchen. Ihre Mutter leidet an MS und ihr Bruder ist mit dem Down-Syndrom auf die Welt gekommen. Die Familie hält jedoch immer zusammen, egal wie schwierig die Zeiten sein können. Um ihren Traum zu verwirklichen, als Sonderschullehrerin zu arbeiten, arbeitet Merry für ein Jahr im Rahmen eines Zeitarbeitsvertrags bei einer großen Firma im Bereich Datenanalyse. Ausgerechnet zur Weihnachtszeit, beharrt ihr nervtötender und unsympathischer Chef darauf, dass Überstunden gemacht werden, um einen wichtigen Auftrag abzuschließen. WIe soll bei all diesem Stress auch noch ein Mann in ihr Leben passen? Robin und Patrick finden: das geht eben doch. Kurzerhand melden sie Merry in einem Online-Dating-Portal an – mit ihrem Golden Retriever als Profilbild. Merry kann darüber nur den Kopf schütteln. Doch dann beginnt sie mit einem Mann zu chatten, der ebenfalls ein Bild von seinem Hund als Profilbild hochgeladen hat. Sie kommen sich näher… Doch das persönliche Treffen steht noch an, und läuft ganz anders als erwartet.

„Leise rieselt das Glück“ ist ein netter Roman, der sich in einem Rutsch durchlesen lässt. Für meinen Geschmack hätte er gerne länger sein und noch etwas mehr in die Tiefe gehen können. Merry und Jayson werden gut beschrieben, doch die Nebenpersonen kommen leider etwas zu kurz, auch wenn es spannend gewesen wäre, mehr über sie zu erfahren. Aber es ist eine seichte Geschichte, die gute Laune macht und zum Grinsen bringt. Nichts kompliziertes, einfach nur ein Moment des Wohlfühlens für ein ruhiges Wochenende im Dezember.

[Rezension] Winter in Bloomsbury

Die Weihnachtszeit beginnt! Für manche, mag dies schon vor Wochen passiert sein, doch spätestens im Dezember geht es dann so richtig los. Dieses Jahr ist alles etwas anders und genau deshalb ist ein weihnachtliches Buch das absolut Richtige, um sich auf Weihnachten einzustimmen. Der Roman „Winter in Bloomsberry“ ist die perfekte Lektüre für gemütliche Wintertage auf der Couch, am besten noch mit Tee und ein paar leckeren Plätzchen zum Naschen. Denn eins kann ich sagen: die Leckereien, die Mattie in ihrer Teestube backt, machen Lust auf Süßes 😉

Titel: Winter in Bloomsbury

Autorin: Annie Darling

Verlag: Penguin

Preis: 11,00 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-328-10607-4

Lernen wir also besagte Mattie kennen. Seit zwei Jahren führt sie eine Teestube, die der Buchhandlung Happy Ends angeschlossen ist. Doch auch wenn die Liebesliteratur Mattie Tag ein und Tag aus begegnet – die Buchhandlung ist nämlich darauf spezialisiert – so lässt sie dies kalt. Ihre einzige Liebe gilt ihrer Teestube, in der sie Köstlichkeiten zaubert, die jedem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Der Grund für ihre abweisende Art Männern gegenüber? Ein Verflossener, der ihr nicht nur das Herz gebrochen, sondern auch ihren Glauben an die Liebe und an Vertrauen zerstört hat.

Zu allen Mitarbeiterinnen der Buchhandlung pflegt Mattie ein sehr gutes Verhältnis. Sie bringt immer wieder Kuchen andere Leckereien herüber und quatscht. Man trifft sich auch abends und erzählt sich viel. Alle – bis auf Tom, dem Hahn im Korb. Er erzählt nichts, absolut gar nichts, über sein Privatleben und scheint Mattie gegenüber immer nur muffig zu sein. Sie kann ihn jedenfalls so gar nicht ausstehen! Doch dann landen die beiden plötzlich in einer gemeinsamen Wohnung, die direkt über der Buchhandlung ist. Sie kommen sich langsam näher…

„Winter in Bloomsbury“ ist eine herrliche Liebesgeschichte mit viel Herz und vor allem viel Weihnachtszauber. Ich habe vor mich hingekichert, hatte Freudentränen in den Augen und war ganz enttäuscht, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte und mir bewusst geworden ist, dass ich ab sofort diese lieben Menschen aus dem Buch nicht mehr „erleben“ werde. Es ist ein Liebesroman und die Geschichte natürlich auch etwas vorhersehbar. Mich persönlich hat das aber nicht gestört, weil ich es schon geahnt hatte 😉 Und vor allem ändert dies nichts daran, wie zauberhaft und oft einfach lustig der Roman geschrieben ist. Außerdem bringt das Geheimnis rund um die Vorgeschichten von Mattie und Tom doch noch etwas Spannung hinein.

Ich konnte Mattie zwar nicht immer verstehen, weil ich selbst absolute Weihnachtsliebhaberin bin, sie hingegen Weihnachten hasst – aber sie war für mich trotzdem sofort sympathisch und am liebsten hätte ich eine ihrer Köstlichkeiten auch probiert. Ein schöner Winterroman, den ich für gemütliche Stunden empfehlen kann!