[Rezension] Happy ever after – Wo das Glück zu Hause ist

Manche Autoren können mit jedem einzelnen Buch überzeugen. Der Schreibstil fesselt einen und man ist sofort tief in die Geschichte versunken. So geht es mir mit Jenny Colgan. Jeder, der die Bücher zur kleinen Bäckerei am Strandweg geliebt hat, wird sich wahrscheinlich ebenso wie ich freuen, dass sie auch weitere Bücher schreibt. Fantastische Bücher. Keine Sorge, es ist kein Abklatsch der kleinen Bäckerei – ihr könnt ruhigen Gewissens auch die anderen Bücher von ihr lesen. Diese sind mindestens ebenso zauberhaft und einfach herzerwärmend. Gerade wenn du von Büchern nicht genug bekommst und sogar in Büchern von Büchern lesen magst, ist das heutige Buch genau das Richtige für dich: „Wo das Glück zu Hause ist“.

Titel: Happy Ever After – Wo das Glück zu Hause ist

Autorin: Jenny Colgan

Verlag: PIPER

Preis: 11,00 € (Taschenbuch)

ISBN: 978-3-492-31634-7

Nina liebt Bücher über alles. Wenn es ihr gut geht, liest sie, wenn es ihr schlecht geht, liest sie. Kein Wunder, dass sie auch ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat und Bibliothekarin geworden ist. Es war ein Job, der ihr viel Spaß gemacht hat und sie war zufrieden. Es hätte immer so weitergehen können – wären nicht die Gelder gestrichen worden und hätte sie nicht eben diesen Job verloren. Nina weiß gar nicht wohin mit sich, sie wollte doch nie etwas anderes machen! Zudem steht sie sich mit ihrer schüchternen, eher ruhigeren Art selbst im Weg, um für einen neuen Job in Betracht gezogen zu werden. Doch dann nimmt sie an einem Teamtraining teil und entdeckt ihren Wunsch von einer eigenen Buchhandlung neu. Sie will in eine mobile Buchhandlung eröffnen! Doch der „Bus“ dafür ist in Schottland und größer als gedacht. Sie kann ihn nicht mit zurück nach Hause nehmen. Dann tut Nina etwas , das sie selbst nie von sich gedacht hätte: Sie wagt ein Abenteuer und zieht kurzerhand nach Schottland und verwirklicht ihren Traum von einer eigenen Buchhandlung!

Jenny Colgan erschafft mit Nina wieder einmal eine durchweg sympathische Figur, die man einfach ins Herz schließen muss. Sie wirkt wie du und ich und hat somit auch ihre Besonderheiten und Macken. Vor allem tut sie aber eins: Sie liebt Bücher. Das zieht sich den gesamten Roman durch und macht beim Lesen gleich noch mehr Lust auf Lesen! Außerdem wollte ich nach dem Buch unbedingt eines: Nach Schottland! Die Beschreibungen der Landschaften sind so gelungen, ich hatte wunderschöne Bilder im Kopf – die sich im Nachhinein, nach einer kleinen Internetreise nach Schottland, auch bestätigt haben. Es ist einfach ein Traum.

Das Cover ist anders gestaltet als die bisherigen Bücher von Jenny Colgan, was mir aber besonders gut gefällt. Es ist nämlich eine Geschichte mal ab vom Meer und mit einem anderen Thema, deshalb passt das neue Cover hervorragend.

Ich habe das Buch verschlungen, habe mitgelitten, mich mitgefreut und neuen Abenteuergeist in mir entdeckt. „Wo das Glück zu Hause ist“ ist regelrecht eine Hommage an das Lesen und das Entdecken. Ich kann es wärmstens empfehlen.

[Rezension] Palais Heiligendamm. Ein neuer Anfang

Eine frische Brise vom Meer, die salzige Luft, der Strand – kein Wunder, dass Heiligendamm ein beliebtes Urlaubsziel ist. Die Hoteliersfamilie Kuhlmann weiß von der einmaligen Lage Heiligendamms und versucht ebenfalls ihr Glück mit einem Hotel im nahen Ort „Doberan“.

Titel: Palais Heiligendamm. Ein neuer Anfang

Autorin: Michaela Grünig

Verlag: Lübbe

Preis: 14,90 € (Paperback)

ISBN: 978-3-7857-2707-2

Wir schreiben das Jahr 1912. Das „Palais Heiligendamm“ eröffnet und zieht die ersten Gäste an. Doch aller Anfang ist schwer. Der Konkurrent „Grand Hotel“, direkt am Meer, macht ihnen zu schaffen. Besonders im Fokus steht Elisabeth, eine von drei Schwestern, die so anders ist, als die anderen Frauen der Zeit. Sie ist taff, frech und will unbedingt im Hotel mitmischen. Jedoch macht dies ihr Bruder mit ihrem Vater zusammen – Frauen unerwünscht. Erst bei mehreren Schicksalsschlägen und Intrigen zeigt sich, dass Elisabeth großes Talent in der Führung eines Hotels besitzt. Ihr großer Unterstützer dabei ist Julius, ein Sekretär, der später noch eine wichtige Rolle einnimmt.

Das Hotel wird in den buntestenen Farben beschrieben und am liebsten hätte ich meine Koffer gepackt und wäre dort hingereist. Dieser Wunsch hat sich jedoch schnell wieder gelegt, als dann der Krieg beginnt. Das Leid, das zu dieser Zeit herrschte, wird im Buch so gut dargestellt, dass ich erneut schockiert gewesen bin, wie so etwas später ein zweites Mal passieren konnte. Doch nicht nur die Beschreibung des Krieges, hat mich gebannt. Es war auch die persönliche Geschichte von Paul, der seine Neigung zum anderen Geschlecht entdeckt und um die gravierenden Konsquenzen weiß. Oder die Geschichte von Minna, die großes Heimweh nach Berlin hat und deren Mutter dort schwerst krank liegt. Und es natürlich Elisabeth, die starke junge Frau, die sich im Laufe der Zeit besser kennenlernt und sich mit vielen Widrigkeiten doch noch verliebt.

Das war nur ein kleiner Auszug. Die Besonderheit des Buches liegt wohl darin, dass wir so viele Personen so intensiv kennenlernen dürfen. Die Autorin nimmt sich bewusst die Zeit, in jede persönliche Lebensgeschichte abzutauchen. Dies macht den Roman sehr vielschichtig und auch spannend. Besonders sympathisch und authentisch sind mir hierbei Elisabeth, Minna und Paul erschienen. Leider fehlte mir gerade bei Julius, eine sehr wichtige Figur, etwas. Sein Verhalten hat für mich oft keinen Sinn ergeben – irgendetwas war und es wurde nie so richtig aufgelöst. Aber ansonsten war ich gefesselt und wollte immer weiterlesen.

Kein Wunder, dass es hier noch einen zweiten Teil gibt – den ich unbedingt lesen muss! Das Buch „Palais Heiligendamm. Ein neuer Anfang“ ist meiner Meinung nach zu empfehlen für alle, die sich für Familiengeschichten und persönliche Schicksale interessieren.